Allgemeines 

Das Kernkraftwerk Brunsbüttel (KKB) liegt 3 km östlich der kleinen gleichnamigen Stadt an der Unterelbe in Schleswig-Holstein/Deutschland - ca. 1000 km nordwestlich von Wien. Die Anlage gehört zu zwei Drittel dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall und zu einem Drittel der deutschen E.ON. Das KKW der Baulinie 69 ähnelt den Kernkraftwerken Phillipsburg-1 und Isar-1 (ebenfalls in Deutschland) und gehört damit zu den älteren Reaktoren in Deutschland. Das KKW Brunsbüttel ähnelt damit auch dem einzigen in Österreich gebautem Kernkraftwerk Zwentendorf im Tullnerfeld, das niemals in Betrieb ging. Es wurde zur gleichen Zeit vom gleichen Konstrukteur, der deutschen Kraftwerksunion (KWU) erbaut. Der leichtwassergekühlte und ebenso moderierte Siedewasserreaktor von Brunsbüttel hat eine thermische Leistung von 2292 MWth, bei einer elektrischen Produktionsleistung von 806 MWel über einen Turbogeneratorsatz. Der Druckbehälter besteht aus Stahl und ist 20,70 m hoch, bei einem Durchmesser von 5,58 m und 13,6 cm Wandstärke. Der Betriebsdruck liegt bei etwa 70 bar. Als Brennstoff werden 104 Tonnen Urandioxid in 532 Brennelementen mit Zirkaloy-2-gemantelten Brennstäben verwendet. Die Temperatur des Kühlwassers beim Eintritt in den Reaktor beträgt 277 C, beim Verlassen des Kerns ist das Wasser auf 285,4 C erwärmt und verdampft beim Betriebsdruck. Der Dampf wird wie beim Siedewasserreaktor üblich nach Wasserabscheidung direkt zum Hochdruckteil der Turbine geleitet. An der mehrstufigen Turbine verrichtet der Dampf mechanische Arbeit und treibt den stromerzeugenden Generator an. Nach der Turbine wird der Dampf im wassergekühlten Kondensator niedergeschlagen und mittels der Kondensatorpumpen wieder zum Reaktor gefördert. Der Wasserdurchsatz im Reaktorkern beträgt knapp 36.000 Tonnen pro Stunde (zirka 10 Tonnen pro Sekunde), wovon etwa 4500 Tonnen als Dampf auf die Turbine geleitet werden (ca. 1,3 Tonnen pro Sekunde).

Zwischenlager

Für den Standort Brunsbüttel wurde vom Betreiber 1999 ein Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente des Kraftwerks atomrechtlich beantragt. Nach einer hitzigen Diskussion zwischen Kernkraftgegnern und den Projektwerbern wurde die Errichtung Ende 2003 sowohl baurechtlich als auch atomrechtlich genehmigt. Unter anderem wurde die Entscheidung mit der Vereinbarung zum deutschen Atomausstieg begründet, wonach die abgebrannten Brennelemente der deutschen KKW nicht wiederaufbereitet werden, sondern am Standort solange zwischengelagert werden sollen, bis ein gesamtdeutsches Endlager in Betrieb geht. Im Zwischenlager am Standort Brunsbüttel wurden erstmals im Februar 2006 Castorbehälter eingelagert. Das Lager mit einer Betriebsgenehmigung für maximal 40 Jahre sieht eine Kapazität von höchstens 80 solchen Behältern vor, das entspricht 450 Tonnen nuklearen Abfällen. Die Kapazität ist auf die Restlaufzeit des KKW abgestimmt. Das Lager ist ein oberirdisches Behälterlager. Bei der Fertigstellung eines deutschen Endlagers und der Überführung sämtlicher Abfälle wird das Zwisichenlager wieder aufgelassen. Die Finanzierung der Errichtung und des Betriebes obliegt den Betreibern.

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