Explosion und Brand im KKW Flamanville 1 (02/2017)

Allgemeines 

Das französische Kernkraftwerk Flamanville liegt an der nordwestfranzösischen Ärmelkanalküste. Am Standort werden zwei Druckwasserreaktoren betrieben. Sie wurden durch Framatom (heute Areva) in den 1980-iger Jahren errichtet. Ein dritter Block mit geplanten 1600 MWe wird seit Ende 2007 gebaut und soll 2012 ans Netz gehen. Der Kraftwerksstandort liegt 25 Kilometer von Cherbourg, 90 Kilometer von Caen und 340 Kilometer nordwestlich von Paris. In Frankreich wurden 2008 insgesamt 58 Leistungsreaktoren an 19 Standorten betrieben. Gemessen an der erzeugten Strommenge ist Frankreich weltweit der zweitgrößte Produzent von Strom aus Kernenergie (nach den USA). Frankreich ist das Land mit dem höchsten Anteil der Atomenergie an der Stromproduktion (75 %). Jährlich werden in Frankreich etwa 450 TWh an Strom aus Kernenergie gewonnen. Da durch den großen Anteil an kurzfristig nur eingeschränkt regelbarer Atomenergie große Mengen Grundlaststrom am Bedarf vorbei erzeugt wird, exportiert Frankreich den nicht benötigten Strom. Der Strom fließt nach Italien, in die Schweiz und nach Deutschland. Frankreich ist der größte Nettostromexporteur der EU. Um die Lastunterschiede beim Stromverbrauch auffangen zu können betreibt der französische Stromriese Electricité de France (EDF) darüber hinaus zahlreiche Pumpspeicherkraftwerke (überwiegend in den französischen und Schweizer Alpen).

Das KKW Flamanville (Blöcke 1 und 2) deckt 3,3 % des französischen Strombedarfs. Nach 2012 soll der Anteil mit dem dritten Block auf zirka 5 % steigen. Die beiden gegenwärtig betriebenen Druckwasserreaktoren versorgen rein rechnerisch die Regionen Basse-Normandie und die Bretagne mit Strom.

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