Standortbeschreibung

Lage und Umgebung

Das Kernkraftwerk (KKW) liegt zirka 120 Kilometer nordwestlich von Kiew in der Ukraine. Es befindet sich fast direkt an der Grenze zu Weißrussland. Die Luftlinie nach Wien beträgt weniger als 1.000 Kilometer in nordöstlicher Richtung. Die Region ist bedeckt mit ausgedehnten Wäldern. Sie gilt als artenreiches Biotop der Ukraine. Es gibt zahlreiche Wasserläufe und Zuflüsse zum Dnjepr. Neben dem ehemaligen Kernkraftwerk erstreckt sich ein künstlich aufgestauter See. Hauptsächlich diente es als Kühlwasserreservoir für das Werk. Vor 1986 war er Teil eines beliebten Naherholungsortes.

Zirka 15 Kilometer von der Kleinstadt Tschernobyl entfernt wurde 1966 die Stadt Pripjat errichtet. Sie war Wohnort für Arbeiter/innen und Angestellte des Kraftwerks. Pripjat ist vergleichbar mit anderen zivilen Atomstädten der Sowjetunion, wie Kurtschatow oder Desnogorsk. Wenige Kilometer von Pripjat entfernt lag der Bauplatz für den Nuklearkomplex "Tschernobylskaja Atomnaja Elektro Stanzia - Atomkraftwerk Tschernobyl". Dieser ist nach dem Begründer der Sowjetunion, Wladimir Iljitsch Lenin, benannt.

Standort

Der Standort eignete sich für ein Großkraftwerk wegen der Möglichkeit, einen Kühlsee anzulegen. Zudem war an die Belieferung mit Strom für die Hauptstadt Kiew und einem Umkreis von einigen hundert Kilometern gedacht. In den 70er Jahren entstanden zwei RBMK-1000 Blöcke. Sie galten als erste Baustufe der ersten Generation dieser Type auf der Grundlage des Prototyps Leningrad eins und zwei. Direkt angrenzend wurde ein modernerer Typ dieser Reaktorbaulinie für die zweite Baustufe des KKW Tschernobyl gewählt. Block drei und vier wurden 1982 und 1984 in Betrieb genommen. Das Kraftwerk ähnelte damit anderen russischen RBMK-Anlagen wie Leningrad (Sosnowi Bor), Kursk oder dem ursprünglichen Konzept des KKW Smolensk.

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