Eine neue Studie (38-MB-PDF) von ADEME (Agence de l'environnement et de la maîtrise de l'énergie), der französischen staatlichen Agentur für Umwelt und Energieprüfung, bestätigt die Ergebnisse der jüngsten Untersuchungen der WUA (Studie: Erneuerbare Energien versus Kernenergie - ein Vergleich der Föderanreize).

Bezüglich der Zukunft der Kernenergie in Frankreich hat die französische Politik unter Präsidenten F. Holland bereits eine Wende vollzogen. Werden zurzeit noch etwa 80 Prozent des französischen Stroms in 58 – Großteils aus den 1980er Jahren stammenden - Atomreaktoren erzeugt, so soll der Anteil durch den Abgang alter Reaktoren und den Zubau von erneuerbaren Energieträgern bis 2025 auf 50 Prozent sinken. Bis 2030 soll der Anteil an erneuerbaren Energieträgern auf 40 Prozent (~ 19 Prozent 2014) steigen.

Die vorliegende Studie bestätigt das Ergebnis der Wiener Studie. Bei einem Betrachtungshorizont 2050 kostet die Umstellung der Stromerzeugung in Frankreich auf 100 Prozent erneuerbare Energieträger nicht mehr als die Aufrechterhaltung der nuklearen Erzeugung. Das Ergebnis geht insofern über die Erkenntnis der WUA hinaus, als auch gezeigt wird, dass bei einem realistischen Erneuerbaren-Mix im „100 Prozent Erneuerbare Szenario" auch bei unvorteilhaften meteorologischen Bedingungen (vor allem Windstille in ganz Frankreich, Kälteperioden, Trockenheit) die Versorgungssicherheit genauso gegeben ist, wie im Fall der Beibehaltung eines beträchtlichen Kernenergieanteils, ohne aber mit den Risiken und Problemen der Kernenergie behaftet zu sein.

Wenn auch für Frankreich, dem Staat mit dem weltweit höchsten Anteil an Kernenergie, seriöse Studien klar zeigen, dass eine Energiewende nicht nur technisch möglich ist, sondern auch noch wirtschaftlich nicht mehr als andere Varianten kostet und auch die Versorgungssicherheit nicht leidet, dann ist das ein starkes Signal.

Mit Recht und ohne Einschränkung kann zusammenfassend gesagt werden: Kernenergie ist nicht nur teuer und gefährlich, sondern auch völlig unnötig. Diese Tatsache spiegelt sich dann auch in der öffentlichen Meinung wider, so ist nach einer Umfrage von IFOP (Institut français d'opinion publique ) aus dem Jahr 2014 etwa eine deutliche Mehrheit für eine Schließung des ältesten französischen KKW Fessenheim.

Es bleibt zu hoffen, dass die Energiewende auch in Frankreich angesichts dieser Tatsachen rasch genug vorangetrieben wird, um der Welt neben dem 11. März (Fukushima) und dem 26. April (Tschernobyl) weitere schmerzliche Jahretage zu ersparen. Das nukleare Erbe aus 61 Jahren Kernenergie ist damit und etwa 300.000 Tonnen hochradioaktiver abgebrannter Brennelemente schon schwer genug.

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