Die vier Kernreaktoren am Standort Dukovany nähern sich mit rasantem Tempo dem Ende ihrer 30-jährigen Lebenszeit. Der älteste Block erreicht dieses Ende 2015. Im Rahmen der Stresstests und schon davor wurden eine ganze Reihe von Problemen festgestellt. So waren wichtige Gebäude und technische Strukturen nicht in der Lage mit am Standort möglichen Erdbeben zurecht zu kommen. Dieses Problem wurde genauestens analysiert und mit viel Geld wurden Verbesserungsmaßnahmen vorgenommen. Nach Aussage der Betreiber und der Aufsichtsbehörde, die mit den Anpassungen zufrieden ist, entsprechen die Reaktoren nun den höchstmöglichen Sicherheitsanforderungen.

Im November 2014 mussten nun die Blöcke 3 und 4 abgeschaltet werden, der Grund war ein Leck in einer unterirdischen Kühlwasserleitung. Der Grund für das Leck - die oberirdisch verkehrenden Baustellenfahrzeuge. Wie eine, einige Meter unter der Erde liegende Leitungen auf ein Erdbeben reagiert hätte, wenn sie einem LKW nicht standhalten, werden wir hoffentlich nie erfahren müssen!

Die WUA hat nicht nur daher gemeinsam mit den Antiatombeauftragten der Länder Nieder- und Oberösterreichs die mit 35000 Unterschriften sehr erfolgreiche Kampagne von Global 2000 gegen den Weiterbetrieb von Dukovany unterstützt. Die Unterschriften wurden am 20. Februar 2015 an Herrn Bundesminister Rupprechter übergeben. Dieser sicherte seine volle Unterstützung bei der Forderung nach einem grenzüberschreitenden UVP-Verfahren zu. Die WUA sieht in einem solchen Verfahren die Chance, dass die Laufzeitverlängerung der alten und veralteten Reaktoren nicht einfach so durchgewunken wird, sondern zumindest die kritischsten Punkte der Anlage noch einmal einer öffentlich dokumentierten Prüfung unterzogen werden können.

Die Energie Union

Maroš Šefčovič, der Verantwortliche der Kommission für die Energieunion nannte die Strategie das ambitionierteste europäische Projekt seit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Diese Aussage mag ob der potenziellen Wichtigkeit des Projekts richtig sein. Die nun vorliegenden Pläne scheinen jedenfalls weniger im Jetzt als in der Zeit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (im Jahr 1951) verhaftet zu sein.

Mehr Strom- und Gasleitungen in Europa sind eine zentrale Forderung. Ob und wo diese im Szenario der Energiewende mit vielen dezentralen und zunehmend kleinen Einspeisern notwendig sein werden, weiß niemand. Das mag zwar jene überraschen, die sich eine nachhaltige, innovative und bahnbrechende Strategie erwartet haben, passt aber gut zum Rest des Dokuments. Dieser beschäftigt sich vor allem mit der Diversifizierung der Quellen des Bezugs von Erdgas und enthält ein Bekenntnis dazu, dass Europa führend im Bereich der sicheren Kernenergie sein soll. Was sichere Kernenergie ist führt die Kommission weiter nicht aus. Aber es ist zu erwarten, dass am Ende des Tages die Aussage stehen wird, dass sowohl die überalterten bestehenden, als auch alle zukünftigen KKW in Europe die sichersten der Welt sind. Eine solche Energieunion darf nach Ansicht der WUA nicht den Rahmen für die Energiezukunft der EU bilden und muss von Österreich und ähnlich gesinnten Staaten in der EU deutlich in Richtung Energiewende (Energieeffizienz und erneuerbare Energieträger) verändert werden.

Mehr Informationen:

KKW Dukovany – Detailbeschreibung der WUA

TPL_WUA_ADDITIONAL_INFORMATION