Die WUA stellt sich vor

Newsflash

Gstett’nführer online
Das Sonnenlicht in den verfärbten Blättern macht die Gstett’n auch im Herbst zu einem lohnenden Ziel. Zusätzlich sind Vögel in den kahlen Zweigen besonders gut zu beobachten. Malerische Stadtwildnisflächen sind im beliebten Gstett’nführer der WUA zu finden, der jetzt auch als Download zur Verfügung steht.

Umwelttipp der Woche

Fliegst du fort, dann bleib lange dort 
Ins Flugzeug zu steigen, ist die umweltbelastendste Form der Fortbewegung. Ein Flug auf die Malediven bedeutet 3 Tonnen CO2-Emissionen, wobei der/die durchschnittliche Österreicher/in 10 Tonnen CO2 im ganzen Jahr emittiert. Wenn man also weg fliegt, dann sollte man dies zumindest nicht für einen Wochenendtrip tun, sondern sich dann auch Zeit nehmen, das Land kennenzulernen, das man bereist. 

Kernkraftwerke in Europa

Die Landkarte zeigt die Standorte der Kernkraftwerke (KKW) in Europa. Einige Kraftwerke, wie zum Beispiel Temelin (Tschechien) oder Bohunice (Slowakei), sind mit Detailinformationen versehen. Diese Liste wird laufend ergänzt. Ein Schwerpunkt ist dem schrecklichen Atomunfall von 1986 in Tschernobyl gewidmet.

 

Belgien

Doel | Tihange

Bulgarien

Kozloduj

Deutschland

Biblis | BrokdorfBrunsbüttel | Emsland | Grafenrheinfeld | Greifswald | Grohnde | Grosswelzheim | Gundremmingen | Hamm-Uentrop | Isar/Ohu | Kahl | Kalkar | Karlsruhe | Krümmel | Lingen | Mühlheim-Kärlich | Neckarwestheim | Niederaichbach | Obrigheim | Phillipsburg | Rheinsberg | Stade | Unterweser | Würgassen

Finnland

Loviisa | Olkiluoto

Frankreich

Belleville | Blayais | Bugey | Cattenom | Chinon | Chooz | Civaux | Creys | Malville | Cruas | Dampierre | Fessenheim | Flamanville | Golfech | Gravelines | Marcoule | Monts d'Arée | Nogent | Paluel | Penly | Phenix | Saint Alban | Saint Laurent | Tricastin

Großbritannien

Berkeley | Bradwell | Calder Hall | Chapel Cross | Dounreay | Dungeness | Hartlepool | Heysham | Hinkley Point | Hunterston | Oldbury | Sellafield (Windscale) | Sizewell | Torness | Trawsfynydd | Winfrith

Italien (alle KKW bereits stillgelegt)

Caorso | Garigliano | Latina | Trino Vercellese Enrico Fermi

Litauen

Ignalina

Niederlande

Borssele | Dodewaard

Rumänien

Cernavoda

Rußland

Balakovo | Beloyarsky | Bilibino | Kalinin | Kola | Kursk | Novovoronezh | Smolensk | Sosnowi Bor

Schweden

Agesta | Barsebäck | Forsmark | Oskarshamn | Ringhals

Schweiz

Beznau | Gösgen | Leibstadt | Mühleberg

Slowakei

Bohunice | Mochovce

Slowenien

Krsko

Spanien

Almaraz | Asco | Cofrentes | Jose Cabrera | Lemoniz | Regodola | Santa Maria de Garona | Trillo | Valdecaballeros | Vandellos

Tschechien

Dukovany | Temelin

Ukraine

Chmelnizki | Mykolayiv | Rivne | Tschernobyl | Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl | Zaporizhzhya

Ungarn

Paks

Weißrussland

Astravets (Fertigstellung geplant 2017)

Weitere Informationsquellen zu den einzelnen KKW:

© Karte: Wikimedia Commons, edited; autor: CrazyPhunk, ed. by Spiky1984 und Österreichisches Ökologie-Institut, Lizenz: GNU Free Documentation License

Allgemeines 

Das Kernkraftwerk Astravets war bisher ein Projekt basierend auf Überlegungen aus den 1980er Jahren. Durch den Zerfall der Sowjetunion und den unmittelbaren Eindruck Tschernobyls wurden die damaligen Pläne auf Eis gelegt und erst nach dem Jahr 2000 wieder weiterverfolgt. Das KKW Astravets wird das erste KKW in Weißrussland sein. Nach einer Ausschreibung für vorerst zwei Blöcke mit geplantem Betriebsbeginn 2017 und 2019 könnten acht Jahre später zwei weitere Blöcke ans Netz genommen werden (2025 und 2026).

Als alternativer Standort wurde im Rahmen des UVP-Verfahrens Chyrvonaya Palyana nahe Bykhaw in Verwaltungsbezirk Mahilyow und Kukshynava zwischen Horki und Shkloŭ im Bezirk Mahilyow untersucht.

Weißrussland ist in Bezug auf Erdbeben wenig gefährdet.

An der Ausschreibung beteiligten sich trotz erheblicher Zugeständnisse durch die weißrussische Regierung praktisch keine westlichen Anlagenbauer, da von Beginn an auch eine komplette Finanzierungslösung für das Projekt notwendig war, was die Möglichkeiten der meisten Hersteller übersteigt. Anfang 2009 wurde das Angebot des russischen Anlagenbauers Atomstroiexport (ASE) unter Federführung der St. Petersburger Sektion ausgewählt und unterzeichnet.

Zur Errichtung gelangen sollen in Bauabschnitt 1 zwei WWER-1200 Reaktoren mit jeweils 1160 MWe (brutto) bzw. 1120 MWe (netto) Produktionsleistung im Rahmen des Konzepts AES-2006. Die Errichtungskosten für die schlüsselfertige Anlage (Bauabschnitt 1) werden auf etwa 6,5 Milliarden Euro geschätzt. Dabei erfolgt die Vergabe eines Kredits fast über den gesamten Betrag durch russische Banken. Zur Absicherung der Risiken wird eine gemeinsame Vermarktung des Stroms angestrebt. Mit der Inbetriebnahme der beiden ersten Blöcke könnten etwa 50 % des weißrussischen Strombedarfs gedeckt werden. Der durchschnittliche Strombedarf der 9,5 Millionen Weißrussen liegt mit etwa 3.500 kWh/Jahr weit unterhalb der Hälfte des österreichischen Pro-Kopf-Verbrauchs (etwa 8.200 kWh/a).

Weißrussland besitzt nur wenige natürliche Ressourcen und Gegebenheiten zur Stromgewinnung. Es verfügt weder über größere Fließgewässer mit Gefälle, noch über nennenswerte Vorkommen fossiler Brennstoffe. Große Potenziale hat das dünn besiedelte Land (46 Einwohner/km2) im Bereich der Biomasse. Im Bereich der Biomassenutzung werden Anstrengungen unternommen, die vorwiegend auf Wärme und weniger auf Strom abzielen. Photovoltaik ist für Weißrussland relativ teuer. Die technischen Voraussetzungen wären jedoch, obwohl Weißrussland nördlicher gelegen ist, mit jenen in Deutschland vergleichbar. Das kontinentale Klima und die Binnenlage setzen der Windenergienutzung Grenzen. Programme zur effizienten Stromnutzung wurden initiiert und besitzen noch erhebliches Potential, ein Verbrauchsanstieg ist aber in den nächsten Jahren, bei einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in Weißrussland, dennoch zu erwarten.

Für das Kernkraftwerk soll, wie in der Vergangenheit auch schon für andere industrielle Großprojekte, eine eigene Stadt errichtet werden, in der die Arbeiter und Angestellten mit ihren Familien leben sollen.

Vom Einstieg in die Kernenergie erhofft sich das Land, das auf dem Gebiet der Kernenergie oder auch bei erneuerbaren Energieträgern über geringe eigene Ressourcen verfügt, einen Innovationsschub und mehr technologische und wirtschaftliche Selbständigkeit. Derzeit wird praktisch die gesamte Energie des Landes durch russische Quellen (Gas und Öl) bereitgestellt.

Bei der bevorstehenden Finanzierung, der Umsetzung und dem Betrieb des Kernkraftwerksprojekts in enger Kooperation mit Russland, wird sich an dieser Abhängigkeit im Energiesektor aber voraussichtlich wenig ändern. Das Projekt KKW Astravets wird durch den weißrussischen Staatskonzern Belnipienergoprom als Generalplaner projektiert. Die wissenschaftliche Unterstützung erfolgt durch das Vereinigte Kraftwerks- und Kernforschungs-Institut SOSNY der Weißrussischen Akademie der Wissenschaften (Minsk). In inhaltlicher und technischer Hinsicht sind der Reaktordesigner Gidropress und der Generalauftragnehmer Atomstroiexport  (ASE) federführend.


Allgemeines 

Das KKW Brokdorf (Abkürzung KBR) liegt zirka 50 Kilometer nordwestlich von Hamburg am Nordufer der Elbe unweit der Nordseeküste und versorgt den Großraum Hamburg mit Strom. Außer Brokdorf gehören auch Grafenrheinfeld, Grohnde, Phillipsburg-2 und Unterweser zum gleichen Bautyp, der auch als Vor-Konvoi-Anlage bezeichnet wird. Sie wurden vom westdeutschen Herstellerkonsortium Siemens-KWU (Kraftwerksunion) in den 1980er Jahren in Serie errichtet. Die Anlagen unterscheiden sich aber in zahlreichen Details, um den verschiedenen Anforderungen der Atombehörden der verschiedenen Standortbundesländer jeweils zu genügen. In der Weltrangliste für Kernenergieproduktion liegen fünf der genannten Reaktoren regelmäßig unter den zehn Anlagen mit der größten Stromproduktion. Während der Errichtung von Brokdorf kam es zu einer starken Protestbewegung mit teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen Bürger/innen und der Polizei. Betreiber des Kraftwerks ist der Stromerzeuger E.ON.


Allgemeines 

Das französische Kernkraftwerk Cattenom ist - nach KKW Gravelines - das KKW mit der zweitstärksten installierten Leistung in Frankreich. Am Standort werden vier Druckwasserreaktoren der französischen Type P4, mit einer Bruttoleistung von je 1367 MWe und einer nominalen Netzleistung von 1300 MWe betrieben.

Das Kraftwerk liegt im Nordwesten Frankreichs zirka 12 Kilometer von der deutschen und 20 Kilometer von der luxemburgischen Grenze im lothringischen Departement Moselle. Es ist 8 Kilometer von der Kleinstadt Thionville entfernt. Die namensgebende kleine Ortschaft Cattenom liegt wenige Kilometer östlich der Anlage. Das Kraftwerksgelände umfasst 415 Hektar (4,15 km2). Jeweils zwei Blöcke sind nebeneinander positioniert. Unweit der Anlage befindet sich ein Stausee, der auch zu Kühlzwecken herangezogen werden kann. Zur Nachkühlung der Blöcke wird dem Rheinzufluss Mosel Frischwasser entnommen und über ingesamt 4 Naturzug-Kühltürme verdampft (ein Kühlturm pro Block). Betreiber des Standorts Cattenom ist der für alle französischen Kernkraftwerke verantwortliche staatliche Energiekonzern EDF. 6 Prozent der Produktionsleistung werden laut einem Vertrag, der bereits bei der Projektierung und Errichtung aufgesetzt wurde, an die schweizerische BKW FMB Energie AG (Bernische Kraftwerke AG) abgetreten. Der Anteil der Produktionsleistung wird in die Nordwestschweiz geleitet und dort in das Schweizerische Netz eingespeist.

Cattenom war auch als einer der Standorte für einen EPR (europäischen Druckwasserreaktor) in die engere Auswahl gekommen. Letztlich fiel die Entscheidung aber auf den nordfranzösischen Kraftwerksstandort Flamanville, an dem sich erst zwei Blöcke befinden. Für den geplanten zweiten EPR in Frankreich wurde Penly ausgewählt.


Explosion und Brand im KKW Flamanville 1 (02/2017)

Allgemeines 

Das französische Kernkraftwerk Flamanville liegt an der nordwestfranzösischen Ärmelkanalküste. Am Standort werden zwei Druckwasserreaktoren betrieben. Sie wurden durch Framatom (heute Areva) in den 1980-iger Jahren errichtet. Ein dritter Block mit geplanten 1600 MWe wird seit Ende 2007 gebaut und soll 2012 ans Netz gehen. Der Kraftwerksstandort liegt 25 Kilometer von Cherbourg, 90 Kilometer von Caen und 340 Kilometer nordwestlich von Paris. In Frankreich wurden 2008 insgesamt 58 Leistungsreaktoren an 19 Standorten betrieben. Gemessen an der erzeugten Strommenge ist Frankreich weltweit der zweitgrößte Produzent von Strom aus Kernenergie (nach den USA). Frankreich ist das Land mit dem höchsten Anteil der Atomenergie an der Stromproduktion (75 %). Jährlich werden in Frankreich etwa 450 TWh an Strom aus Kernenergie gewonnen. Da durch den großen Anteil an kurzfristig nur eingeschränkt regelbarer Atomenergie große Mengen Grundlaststrom am Bedarf vorbei erzeugt wird, exportiert Frankreich den nicht benötigten Strom. Der Strom fließt nach Italien, in die Schweiz und nach Deutschland. Frankreich ist der größte Nettostromexporteur der EU. Um die Lastunterschiede beim Stromverbrauch auffangen zu können betreibt der französische Stromriese Electricité de France (EDF) darüber hinaus zahlreiche Pumpspeicherkraftwerke (überwiegend in den französischen und Schweizer Alpen).

Das KKW Flamanville (Blöcke 1 und 2) deckt 3,3 % des französischen Strombedarfs. Nach 2012 soll der Anteil mit dem dritten Block auf zirka 5 % steigen. Die beiden gegenwärtig betriebenen Druckwasserreaktoren versorgen rein rechnerisch die Regionen Basse-Normandie und die Bretagne mit Strom.


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