Webauftritt der Wiener Umweltanwaltschaft

Zurück zur Startseite | Zur unterstützenden Navigation | Zur Hauptnavigation | Zu den Arbeitsschwerpunkten | Zum Inhalt

Pfad:

Neue Studie über die Lebenszyklusanalyse der Kernenergie (11/2011)

Auch nach dem Unfall in Fukushima im März 2011 stehen immer noch Pläne zum Neubau von Kernkraftwerken zur Diskussion. Die Berechnungen der neu erschienenen Studie „Energiebilanz der Nuklearindustrie“ des Österreichischen Ökologie-Instituts und der Österreichischen Energieagentur zeigen, dass Strom aus Kernkraftwerken keinesfalls „klimaneutral“ ist.

Folgende wesentliche Probleme bestehen:

  • Zu wenig Uranressourcen für die ehrgeizigen Ausbaupläne von Kernkraftwerken
    Ein Kraftwerk, das jetzt gebaut wird, könnte unter Annahme des niedrigen Ausbauszenarios der WNA (World Nuclear Association) nicht bis zum Ende seiner Nutzungsdauer mit Uran versorgt werden.
  • Steigende CO2-Emissionen
    Noch kann eine KWh Strom aus Kernenergie mit relativ wenig Treibhausgasemissionen erzeugt werden. Dies wird sich aber in Zukunft ändern, wenn, wie Studien prognostizieren, der Uranerzgehalt sinken wird. Es muss dann wesentlich mehr Gestein für den gleichen Energieoutput gefördert werden, was die CO2-Emissionen deutlich über jene von erneuerbaren Energien ansteigen lässt.

Durch die Beschränkung der Betrachtung der Kernenergie auf die Betriebsphase von KKW hat sich ein falsches Bild von ihren Auswirkungen gebildet. Die Fokussierung auf den sicheren Betrieb drängt in der Debatte über die Zukunft der Kernenergie - durchaus auf Betreiben der Vertreter der Kernenergie - die oben genannten Probleme wie auch den Uranbergbau und die Endlagerfrage in den Hintergrund.

Die vorliegende Studie soll durch die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus der Kernenergie Lücken schließen und eine fachlich fundierte, kritische Widerlegung der Kernenergie als vermeidlich CO2-neutrale Energieform ermöglichen. Die WUA sieht im Ergebnis der Studie die fachliche Bestätigung ihrer Kritik an der Nennung der Kernenergie in einem Atemzug mit erneuerbaren Energieträgern und hofft mit der Unterstützung der Studie einen wichtigen Beitrag zur fundierten Argumentation in der Antiatomarbeit leisten zu können.

Das Projekt wurde aus Mitteln der Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms "Neue Energien 2020" vom Österreichischen Ökologie-Institut und der Österreichischen Energieagentur durchgeführt. Durch eine Zusatzförderung der Wiener Umweltanwaltschaft konnte die Studie um das Thema „Reichweite der Uranressourcen“ ergänzt werden.

Mehr Informationen:

Studie: Energiebilanz der Nuklearindustrie, Österreichisches Ökologieinstitut und Österreichische Energieagentur (4,7-MB-PDF)
Zusammenfassung der Studie: Energiebilanz der Nuklearindustrie, Österreichisches Ökologieinstitut und Österreichische Energieagentur (1-MB-PDF)
Österreichisches Ökologieinstitut