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Teilerfolg der moderierten Gespräche „Sensengasse“ (01/2003)

Archivmeldung der Rathauskorrespondenz vom 15.1.2003

Utl.: Wiens Umweltanwältin zuversichtlich

Wien (RK). Bei der gestrigen Abschlussrunde der moderierten Gespräche zum Thema "Sensengasse" konnten einige kleine Teilerfolge erzielt werden. Beteiligt an den fünf moderierten Gesprächen waren die Bürgergruppen Agenda-Gruppe Sensengasse und Plattform Sensengasse sowie das Agenda Büro 9. Bezirk, Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), Bezirksvorstehung, Magistratsabteilung 21A - Stadtteilplanung und Flächennutzung Innen-West, Universitätssportinstitut, Wissenschaftsministerium, Wiener Umweltanwaltschaft und die Mediatoren, Dipl.-Ing. Hans Emrich und Dipl.-Ing. Bernd Hala. "Trotz des tiefgehenden Konflikts im Vorfeld herrschte zwischen den Beteiligten im Großen und Ganzen immer eine gute Gesprächskultur und das Bemühen von allen Seiten war erkennbar", betont Umweltanwältin Dr. Andrea Schnattinger.

Zwtl.: BIG zeigt sich in einzelnen Punkten kompromissbereit

Zwischen der BIG und den Bürgerinitiativen ist es insofern zu einer Annäherung ihrer Standpunkte gekommen, als die BIG anbietet die Bebauung zu komprimieren - ein größerer zusammenhängender Grünraum würde entstehen. Für die Teilfläche an der Sensengasse könnte die Bebauung von 75 auf 67 % reduziert werden, sodass eine Erhöhung des Grünanteils auf 33 % gegeben wäre. Weiters könnte das Gebiet durch zusätzliche Durchgänge besser an den bestehenden Arne-Carlsson-Park angebunden werden. Auch die Größe der Garage soll besser mit dem Verkehrskonzept des Bezirks abgestimmt werden. Die VertreterInnen der Bürgerinitiativen erkannten in dem Entgegenkommen der BIG einen Teilkonsens in einzelnen Punkten. Jedoch hatten sie eine maximale Bebauung von 30 % und die Erhaltung einer dementsprechend großen Fläche an unversiegeltem Boden angestrebt, daher sind ihre Ziele im wesentlichen nicht erreicht.

Die Wiener Umweltanwaltschaft (WUA) bewertet die Ergebnisse der Gesprächsrunden dennoch positiv. "Da das formale Flächenwidmungsverfahren unmittelbar vor der Beschlussfassung im Gemeinderat steht, sind auch nur mehr kleine Änderungen möglich. Die WUA wurde erst in diesem Stadium in die Gespräche und Konflikte eingebunden. Wir haben uns dennoch stets um die Vermittlung der Bürgerinteressen bemüht und für diesen späten Zeitpunkt die bestmöglich Lösung in Form von moderierten Gesprächen herbeigeführt", erklärt Dr. Schnattinger. Sie hofft, dass sich die positive Gesprächskultur auf das Bauverfahren überträgt, und dass sich auch dort die BürgerInnen intensiv in die eigentliche Gestaltung einbringen können.

Zwtl.: Erkenntnisse für die Zukunft

Besonders wichtig erachtet die WUA, dass diese Erfahrungen in die Weiterentwicklung des Agenda 21-Prozesses in Wien einfließen und Verwaltungsprozesse zukünftig früher mit den Bürgerbeteiligungsgruppen abgestimmt werden. "Nur wenn die Bürgerinitiativen zeitgerecht eingebunden werden, sind die Handlungsspielräume groß genug, um für alle Beteiligten befriedigende Lösungen auszuhandeln", meint Schnattinger abschließend. (Schluss) ru