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Errichtung, Inbetriebnahme und Förderung von thermischen Solaranlagen in Wien

Thermische Solaranlagen bereiten Warmwasser zum Duschen, Baden und Kochen aber auch zur Unterstützung des Betriebes von Heizungsanlagen. Die Sonne strahlt Tag für Tag ein Vielfaches unseres gesamten Energiebedarfs auf die Erde. Mithilfe solcher thermischen Solaranlagen kann diese kostenlose Energie nutzbar gemacht werden. Dadurch können einerseits hohe Energiekosten gespart und andererseits die Verringerung des Einsatzes fossiler Brennstoffe (Erdöl, Kohle, Erdgas) und Uran (Atomkraft) unterstützt werden. Somit leistet jeder Betreiber dieser Anlagen einen Beitrag zur Entlastung unserer Umwelt. Die Gewinnung von Solarwärme auf Bauwerken in Wien ist auch ein wichtiger und zukunftsweisender Weg zum Klimaschutzziel der Stadt – flächensparend und absolut geräuschlos.

Die folgende Checkliste soll den Weg zur Gewinnung der kostenlosen Sonnenenergie erleichtern. Einige Wiener Solar-Installateurbetriebe bieten auch die Übernahme der gesamten Abwicklung an.

  1. Baugenehmigung
  2. Auswahl und Montage der thermischen Solaranlage
  3. Förderung von thermischen Solaranlagen durch die Stadt Wien

1. Baugenehmigung

Nach der Wiener Bauordnung ist die Errichtung von Solaranlagen "außerhalb vom Grünland-Schutzgebiet sowie von Schutzzonen und Gebieten mit Bausperre" weder baubewilligungspflichtig noch bauanzeigepflichtig (§ 62a Abs.1 lit.24 Wiener BO). Jedoch müssen zwei Punkte beachtet werden:

  • "Änderungen an Gebäuden in Schutzzonen, die die äußere Gestaltung, den Charakter oder den Stil eines Gebäudes beeinflussen", somit auch Solaranlagen, sind baubewilligungspflichtig (§ 60 Abs.1 lit.e Wiener BO). Schutzzonen sind auch aus den Flächenwidmungs- und Bebauungsplänen ersichtlich. Anlageninteressierte wenden sich an ihre Bezirkstelle der Baupolizei (MA 37): E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können   oder Telefonnummer: 01/4000-8037.
  • Die Errichtung von Solaranlagen darf das "örtliche Stadtbild" (siehe § 85 Wiener BO) weder stören noch beeinträchtigen. Um sich Schwierigkeiten (bis hin zur Demontage der Solaranlage) im Nachhinein zu ersparen, ist es anzuraten, zu Beginn der Planung einer thermischen Solaranlage mit der MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung) Kontakt aufzunehmen. Nach Möglichkeit sind folgende Unterlagen beizubringen: Dachdraufsicht, Ansicht und Schnitt der Solaranlage sowie ein oder mehrere Fotos vom Anblick des Daches vom Straßenraum aus. Siehe Antrag auf architektonische Begutachtung. Nähere Informationen: MA 19: ReferentInnen zur architektonischen Begutachtung nach Bezirken oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können , Telefonnummer: 01/4000-88915.

2. Auswahl und Montage der thermischen Solaranlage

Der richtige Partner für die Errichtung einer thermischen Solaranlage ist der Solar-Installateur. Manche Installateurbetriebe sind auf Solaranlagen spezialisiert oder haben zumindest einige Erfahrungen in der professionellen Montage. Listen mit solarerfahrenen Firmen erhalten Sie beim Verband Austria Solar (Hotline: 03112/588612) sowie bei der "AEE Arbeitsgemeinschaft ERNEUERBARE ENERGIE NÖ-Wien", Telefonnummer: 01/71 05 23 beziehungsweise per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können ).

3. Förderung von thermischen Solaranlagen durch die Stadt Wien

Wien hat österreichweit eine der besten Solarförderungen. Um Förderung kann bis spätestens sechs Monate nach Fertigstellung der Solaranlage eingereicht werden (Hinweis: Ab 2015 ist das Förderungsansuchen nur mehr vor Errichtung der Anlage einzureichen). Die aktuelle Förderaktion ist mit Ende 2015 befristet.

Die Förderung wird in Form eines Zuschusses gewährt. Es sind drei Förderschienen vorgesehen und die Förderung ist für  Ein- bzw. Zweifamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser unterschiedlich.

Förderschiene A

Die Förderschiene A gilt für solarthermische Anlagen, die nicht im Zuge einer Neuerrichtung bzw. die nicht infolge einer umfassenden Sanierung eines Gebäudes errichtet werden.

Der Zuschuss für die Errichtung einer solarthermischen Anlage zur Warmwasserbereitung beträgt 25 Prozent der förderbaren Investitionskosten. Die maximale Förderungshöhe beträgt 1.400 Euro für Einfamilienhäuser, 2.200 Euro für Zweifamilienhäuser bzw. 400 Euro je Wohneinheit bei Wohnhausanlagen.

Unterstützt die Anlage zusätzlich die Raumheizung, so beträgt die maximale Förderung 2.100 Euro für Einfamilienhäuser, 3.200 Euro für Zweifamilienhäuser bzw. 550 Euro je Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern.

Förderschiene B

Die Förderschiene B gilt für hocheffiziente solarthermische Anlagen, die im Zuge der Neuerrichtung bzw. der umfassenden Sanierung eines Wohnhauses installiert werden.

Der Zuschuss für die Errichtung einer solarthermischen Anlage mit einer solaren Deckung des Heizenergiebedarfes (für Heizung und Warmwasser) von mindestens 30 Prozent beträgt 25 Prozent der förderbaren Investitionskosten. Die maximale Förderungshöhe beträgt  2.200 Euro für Einfamilienhäuser, 3.200 Euro für Zweifamilienhäuser bzw. 650 Euro je Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern.

Bei einer solaren Deckung des Heizenergiebedarfs von mindestens 40 Prozent erhöht sich die maximale Förderung auf 3.100 Euro für Einfamilienhäuser, 4.400 Euro für Zweifamilienhäuser bzw. 800 Euro je Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern.

Förderschiene C

Die Förderschiene C gilt für hocheffiziente Solarthermie-Wärmepumpen-Kombisysteme. Der Zuschuss für die Errichtung eines solchen Systems mit einer solaren Deckung des Heizenergiebedarfes (für Heizung und Warmwasser) von mindestens 30 Prozent beträgt 35 Prozent der förderbaren Investitionskosten. Die maximale Förderung für Ein- bzw. Zweifamilienhäuser beträgt:

  • 1.500 Euro für Sole/Wasser-Wärmepumpen mit Horizontal-Kollektor
  • 2.000 Euro für Sole/Wasser-Wärmepumpen mit Erdwärmesonden
  • 2.000 Euro für Wasser/Wasser-Wärmepumpen mit Grundwasserentnahme

Hinzu kommt ein Pauschalbetrag für die solarthermische Anlage von 2.200 Euro für Einfamilienhäuser bzw. 3.300 Euro für Zweifamilienhäuser.

Beträgt die solare Deckung des Heizenergiebedarfs (für Heizung und Warmwasser) mindestens 40 Prozent, so erhöht sich der Pauschalbetrag für die solarthermische Anlage auf 3.100 Euro für Einfamilienhäuser bzw. 4.400 Euro für Zweifamilienhäuser.

Die maximale Förderung für hocheffiziente Solarthermie-Wärmepumpen-Kombisysteme in Mehrfamilienhäusern beträgt:

  • 300 Euro je Wohneinheit für Sole/Wasser-Wärmepumpen mit Horizontal-Kollektor  
  • 400 Euro je Wohneinheit für Sole/Wasser-Wärmepumpen mit Erdwärmesonden
  • 400 Euro je Wohneinheit für Wasser/Wasser-Wärmepumpen mit Grundwasserentnahme

Hinzu kommt ein Pauschalbetrag für die solarthermische Anlage von 650 Euro je Wohneinheit. Beträgt die solare Deckung des Heizenergiebedarfes (für Heizung und Warmwasser) mindestens 40 Prozent, so erhöht sich der Pauschalbetrag für die solarthermische Anlage auf 800 Euro je Wohneinheit.

Für Vorsteuerabzugsberechtigte (gemäß § 12 Umsatzsteuergesetz 1994) ist die Förderung um ein Sechstel zu vermindern. Für die Inanspruchnahme der Wiener Solarförderung gelten bestimmte Voraussetzungen (z. B. dürfen die Objekte keinen Fernwärmeanschluss besitzen).

Ihre Ansprechpartnerin für die Wiener Solarförderung ist die MA 25 (Stadterneuerung und Prüfstelle für Wohnhäuser) in 1200 Wien, Maria-Restituta-Platz 1, Telefonnummer: 01/4000-8025; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Weitere Informationen:

MA 25 "Wohnen fördern"

Checkliste für die Errichtung, Inbetriebnahme und Förderung von netzgekoppelten Photovoltaik-Anlagen in Wien

Alle Angaben ohne Gewähr
Stand: April 2014