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Schmetterlinge im Donaupark

Projekt "Vanessa"  

Die Wiener Umweltanwaltschaft initiierte 2003 in Zusammenarbeit mit "die umweltberatung", der MA 42 – Stadtgartenamt und der MA 22 – Umweltschutz im Wiener Donaupark, ein Schmetterlingsprojekt mit dem Titel "VANESSA".

Vanessa steht für ... 

Vanessa atalanta, dem wissenschaftlichen Namen eines der schönsten Bläuling InnenseiteTagfalter in unseren Breiten. Das Projekt hat das Ziel, Kindern über den Botschafter Schmetterling ökologische Zusammenhänge zwischen naturnaher Gartengestaltung und Artenvorkommen zu vermitteln.

Ökologische Zusammenhänge werden vermittelt

Durch die Ausbringung von schmetterlingsgerechtem Saatgut und die Pflanzung von speziellen Sträuchern als Futterpflanzen und Nektarquellen für Falter, wurde die 10.000 m2 große "Kleewiese" – hinter der UNO-City – in eine Schmetterlingswiese umgewandelt. Zusätzlich wurde ein ökologisch orientierter Mähplan eingeführt, der vorschreibt immer nur bestimmte Teile der Wiese zu mähen, um den Entwicklungszyklus von Faltern nie auf der gesamten Wiese zu unterbrechen. Auch über den Winter bleiben Teile der Wiese ungemäht und ermöglichen somit seltenen Arten im Ei-, Raupen- und Puppenstadium an den Halmen zu überwintern. Um die Ansiedlung von Schmetterlingen in der Anfangsphase zu beschleunigen, und um für Besucher/innen die ökologischen Zusammenhänge anschaulicher zu machen, wurde zusätzlich eine kleine Zuchtstation für einheimische Falter errichtet. Die Falter wurden nach dem Schlüpfen in den Park entlassen und sollen aufgrund des guten Nektarangebots zumindest teilweise auf der Wiese verbleiben und den neuen Lebensraum dauerhaft erobern.

Schulklassen begleiteten das Projekt

In den Jahren 2004 und 2005 wurde das Projekt von besonders interessierten Schulklassen begleitet. Die Schüler/innen betreuten sowohl die Wiese als auch die Zuchtstation. Sie haben das Raupenhäuschen auf der Kleewiese etwa alle zwei Wochen besucht, ein für Schmetterlinge attraktives Blumenbeet angelegt und viel über die Entwicklung von Schmetterlingen und ihre Bedürfnisse an ihren Lebensraum gelernt. Am Schluss konnten die Kinder das Erlernte in einer Rätsel-Rallye überprüfen. Da etwa zwei Drittel der Kinder selber einen Garten haben, hoffen wir, dass die Kinder einige Vorschläge zu einer naturnahen Gartengestaltung – gemeinsam mit ihren Familien – im eigenen Garten umsetzen.

Zum Projekttagebuch der Schüler/innen der VS Langobardenstraße (3,35-MB-PDF)

Führungen und Exkursionen

Um möglichst vielen Kindern die Bedeutung eines naturnahen Gartens und die Lebensraumbedingungen für Schmetterlinge näher zu bringen, wurden 2004 und 2005 Führungen für Schulklassen angeboten. Volksschulkinder konnten die im Donaupark errichtete Zuchtstation für einheimische Falter sowie die angrenzende 10.000 m² große Naturwiese kennen lernen. Die Kinder haben Raupen und frischgeschlüpfte Falter im wahrsten Sinn des Wortes hautnah erlebt. Spielerisch vermittelten Mitarbeiter/innen der "die umweltberatung" und der WUA den Zusammenhang zwischen naturnaher Gartengestaltung und Artenvorkommen. Bei den ersten Führungen konnten die Kinder insbesondere die gerade geschlüpften Wiener Nachtpfauenaugen bewundern. Sie sind mit bis zu 18 cm Flügelspannweite die größten Falter Europas und kommen – wie der Name schon impliziert – auch in Wien vor.

Etwa 1300 Kinder und 150 Lehrer/innen und/oder Eltern konnten im Rahmen unserer Führungen einen Einblick in die Entwicklung von Schmetterlingen und den Sinn einer naturnahen Park- und Gartengestaltung gewinnen.

"Vanessa" beim Wiener Ferienspiel

Kinder beim Wiener FerienspielIm Rahmen des Wiener Ferienspiels wurde 2005, 2006 und 2007 von der WUA ein zweistündiges Programm für 6 bis 12-jährige Kinder zum Thema "Schmetterling", im Donaupark angeboten.

Nach einer allgemeinen Einleitung über das Leben der Schmetterlinge und ihre Bedürfnisse starteten wir mit den Kindern eine Rätselrallye, die den Schwerpunkt unseres Programmes bildete. Dazu wurde an jede/n Teilnehmer/in ein Bogen ausgeteilt, auf dem die sechs zu absolvierenden Stationen erklärt wurden. Die Kinder entdeckten und zählten voller Eifer Raupen, Puppen und verschiedene Falter. Begeistert wurden vielfältige Schmetterlingsarten identifiziert, definierte Futterpflanzen auf der Schmetterlingswiese gefunden und Kreuzworträtsel gelöst.

Vermehrung der Artenvielfalt im Donaupark

Zusätzlich zu der erfreulichen Bilanz bei der Sensibilisierung von Kindern für ökologische Zusammenhänge hat das Projekt auch einen positiven Effekt auf die Artenvielfalt im Donaupark bewirkt.

Raupenstadien des Wiener NachtpfauenaugesSo konnte "die umweltberatung" in der Zeit von 2003 bis 2005 eine Verdreifachung der Tagfalterarten im Donaupark (von 10 auf 31 Arten) beobachten und dokumentieren. Von den neun nach dem Wiener Naturschutzgesetz besonders streng geschützten Schmetterlingsarten findet man auf der Kleewiese nun neben dem Segelfalter (Iphiclides podalirius), dem Schwarzen Trauerfalter (Neptis rivularis) und dem großen Feuerfalter (Lycaena dispar), dessen Individuenanzahl auf der Wiese erhöht werden konnte, auch den Weißen Waldportier (Kanetisia, beziehungsweise Brintesia circe). Auch der kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas), der Große Perlmutterfalter (Argynnis aglaja) und der Mauerfuchs (Lasiommata megera) konnten 2005 als neue Arten auf der Kleewiese gesichtet werden.

Die Individuenanzahl einiger Falter auf der Kleewiese, wie zum Beispiel des Hauhechelbläulings (Polaommatus icarus), des Alexis-Bläulings (Glaucopsyche alexis) sowie des Damenbretts (Melanargia galathea) hat sich vervielfacht. So konnten in den Junitagen 2003 durchschnittlich 3 Damenbretter auf der Wiese gesichtet werden – 2 Jahre später waren es durchschnittlich bereits an die 90 Individuen.

Das Nahrungsangebot hat auch Grünspechte und den seltenen Neuntöter angelockt. Im auf der Wiese angelegten Kleinbiotop laichen Wechselkröten ab. Auch Hasen wurden schon im hohen Dickicht der Kleewiese gesichtet.

Das Projekt Vanessa hat im Wiener Donaupark gezeigt, dass die Umstellung der Bewirtschaftung einer ausreichend großen Fläche sehr rasch zu positiven Auswirkungen auf Artenschutz und Artenvielfalt führt und den ParkbesucherInnen ein echtes Naturerlebnis ermöglicht.

Tipps für den eigenen Garten

Für Gartenbesitzer/innen, haben wir einige Tipps für mehr Nektarquellen und Raupenfutterpflanzen zusammen gestellt:

Weniger oft mähen

Auf ungedüngten Blumenwiesen wachsen eine Vielzahl verschiedener Blumen, Kräuter und Gräser – die Lebensgrundlage für viele schöne Falter sind, wie zum Beispiel verschiedene Bläulinge.

Wenn Sie einen Teil Ihres Gartens nur zwei- oder dreimal im Jahr mähen, können sich dort Schmetterlingsraupen entwickeln und die Falter können Nektar saugen. Beim Mähen sollte darauf geachtet werden, dass der Garten immer nur teilweise gemäht wird und auf der übrigen Fläche hohes Gras stehen bleibt. Für die Überwinterung von Eiern und Puppen sollten ebenfalls ein paar hohe Halme vorhanden sein.

Brennnesseln

Brennnesseln sind wichtige Futterpflanzen für die Raupen von vielen schönen Tag- und Nachtfaltern, wie zum Beispiel dem Tagpfauenauge, dem Kleinen Fuchs, dem Admiral, dem Landkärtchen, dem C-Falter oder dem Russischen Bären.

Sie wachsen in nährstoffreichen Böden, zum Beispiel neben dem Komposthaufen.
Wenn Sie dort, wo sie sich zufällig ansiedeln, 1 – 5 m2 stehen lassen, können die Schmetterlinge ihre Eier ablegen. Im Juni sollten Sie auch einmal die Brennnesseln mähen, damit sie frisch nachwachsen und für eine Eiablage im Sommer wieder saftig sind. Das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs mögen gerne Brennnesseln an einem sonnigen Standort. Das Landkärtchen, der C-Falter und der Admiral legen ihre Eier auch gerne auf Brennnesseln im Schatten.

Buddleia

Sommerflieder, Buddleia oder Schmetterlingsstrauch sind die verschiedenen Namen für einen von Ende Juni bis in den Herbst blühenden Strauch, der viele Falter besonders anzieht und eine hervorragende Nektarquelle bietet. Der Strauch sollte an einem sonnigen Standort gepflanzt werden.

Efeu

Efeu blüht spät im Herbst und ist eine der letzten Nektarquellen für Falter, wenn die meisten Blumen schon verblüht sind. Die Beeren sind ein gutes Vogelfutter und einige Vögel bauen auch gerne ihre Nester in Efeuhecken. Man kann Efeu gut an Mauern und Zäune setzen, zum Beispiel als Ersatz für Thujenhecken, mit denen kaum ein Tier etwas anfangen kann.

Fallobst im Herbst

Lassen Sie ein paar reife Früchte Ihrer Obstbäume für Schmetterlinge liegen, dann besucht ev. auch der Admiral, das Waldbrettspiel oder der C-Falter Ihre Garten.

Keine Pestizide einsetzen

Gift gegen Insekten/Unkraut sollte im Garten sowieso nicht gespritzt werden – denn Spritzmittel schaden nicht nur den Tieren, sondern auch den Menschen.

Schmetterlingsfilm der Wiener Umweltanwaltschaft

Speziell für Volksschulkinder wurde der spannende Film „lilli.raupe.puppe.schmetterling“ entwickelt. Der 20-minütige Schmetterlingsfilm soll Kinder dazu motivieren, sich für den Schutz der Lebensgrundlagen in Wien einzusetzen.

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© Fotos: M. Jaros, WUA