Naturschutz und Stadtökologie
Vogelanprall an Glasflächen NEU: Vogelanprall an Glasflächen - geprüfte Muster
Glasflächen mit freier Durchsicht wie Lärmschutzwände, Verbindungsgänge und Wintergärten sind verhängnisvoll für Vögel, weil sie diese Hindernisse nicht erkennen. Es wird vermutet, dass Glasscheiben nach der Lebensraumzerstörung die häufigste anthropogene Todesursache bei Vögeln sind.
Im Auftrag der Wiener Umweltanwaltschaft werden seit mehreren Jahren unterschiedlichste Muster auf ihre Eignung zur Vermeidung von Vogelanprall untersucht.
Wenn sich der Himmel, Bäume und Sträucher im Glas spiegeln, entstehen ebenfalls tödliche Vogelfallen. Dass unsere Straßen nicht mit Vögeln "übersät" sind liegt daran, dass Kollisionsopfer vielfach nicht sofort tot sind und noch in ein Gebüsch flattern. Die Entsorgung der Kadaver ist von der Natur durch Ratten, Krähen und Marder gut organisiert.
Innenvorhänge und Jalousien können zwar die Durchsicht, nicht aber die Spiegelung verhindern und sind daher nur eine Notlösung. Um die Spiegelung zu brechen, müssen freistehende Scheiben wie z. B. Lärmschutzwände unbedingt auf beiden Seiten markiert werden.
Die Untersuchungen der Wiener Umweltanwaltschaft belegen eindrucksvoll, dass für Vögel nur vollflächig markierte
Scheiben als Hindernis erkennbar sind. Schon 2 mm breite Streifen in 30 mm Abstand können Vogelanprall verhindern, auch kontrastreiche Punkt- und Gittermuster haben sich als wirkungsvoll erwiesen. Freie Stellen im Muster dürfen nicht größer als 10 – 15 cm sein, um nicht den Eindruck einer Durchflugsmöglichkeit zu erzeugen.
Außenjalousien sowie Metall- oder Holzlamellen mit maximal 10 – 15 cm Zwischenraum, sind ebenfalls ein guter Vogelschutz.
Die in guter Absicht aufgeklebten Greifvogelsilhouetten sind leider wirkungslos. Schon Konrad Lorenz hat nachgewiesen, dass sich ein Greifvogel in der für ihn typischen Art und Weise bewegen muss, um von seiner Beute als Feind erkannt zu werden. Aus diesem Grund lösen Vogelaufkleber keine Fluchtreaktion aus, viele Vögel prallen unmittelbar neben diesen Aufklebern gegen die Glasscheibe.
Bestellung der Studien und des Folders.
Anwendertagung der WUA im April 2009
Fachtagung der WUA im Februar 2008
© Fotos: W. Doppler, WUA
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