Umwelt und Gesundheit
Nanotechnologie Das Wort "Nano" leitet sich vom griechischen Wort "Nanos", der Zwerg, ab. Es gibt noch keine international einheitliche Definition zur Nanotechnologie, aber im Wesentlichen versteht man darunter die Kontrolle von Substanzen oder Prozessen, die in eine oder mehrere Dimensionen kleiner als 100 Nanometer sind. Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter und verhält sich zu einem Meter wie der Durchmesser einer Haselnuss zu dem unseres Erdballs.
Bei Stoffen, die aus Partikeln unter 100 Nanometern bestehen, spielen Oberflächeneigenschaften gegenüber den Volumeneigenschaften der Materialien eine immer größere Rolle und es treten zum Beispiel elektromagnetische oder quantenmechanische Effekte auf. Bekannte Stoffe, deren Struktur oder Partikelgröße auf Nanoebene gezielt beeinflusst werden, weisen deshalb oft neue, überraschende Eigenschaften auf. So ist beispielsweise das reaktionsträge Edelmetall Gold in Form von Nanopartikeln rot (und nicht gelb) und beschleunigt diverse chemische Prozesse. Stoffe und Verbindungen können in der Nanoform aber nicht nur ihre Reaktivität oder Farbe verändern, sondern auch andere Eigenschaften wie ihre (Wasser)Löslichkeit, elektrische Leitfähigkeit, Bruchfestigkeit, Zähigkeit, das magnetische Verhalten, den Schmelz- und Siedepunkt.
Nanospezifische Effekte können je nach Stoff auch noch bei Abmessungen zwischen 100 und 300 nm auftreten. Wichtiger bei der Bewertung von Vorteilen und Risiken von (Nano)materialien sind also deren spezifische Eigenschaften als deren genaue Abmessungen.
Nanotechnologie - Chancen und unbekannte Risiken
Rechtliche Situation
Marktdurchdringung und fehlende Markttransparenz
Schwerpunkte der WUA im Bereich Nanotechnologie
Forderungen der WUA
Weiterführende Informationen
Die Nanotechnologie entwickelt Produkte für die unterschiedlichsten Lebensbereiche. Dazu gehören neue Medikamente, Lebensmittelzusätze, besonders Schmutz abweisende oder kratzfeste Oberflächenbeschichtungen, Computerchips, Photovoltaikmodule oder Desinfektionsmittel.
Insgesamt werden in die Innovationen durch die Nanotechnologie große wirtschaftliche und gesellschaftliche Hoffnungen gesetzt. Von mehreren Entwicklungen könnte auch die Umwelt profitieren, weil sie zur Ressourcenschonung beitragen (zum Beispiel Verzicht auf Reinigungschemikalien, weil Oberflächen eine Schmutz abweisende Beschichtung aufweisen). Während in die Entwicklung neuer Produkte viele Fördergelder fließen, wurde bisher in die Erforschung der Risiken dieser neuen Technologie noch zuwenig investiert.
Fest steht, dass einige Nanopartikel deutlich toxischer sind, als dieselbe chemische Verbindung in den üblichen Partikelgrößen. Nanopartikel sind sehr mobil und überwinden auch im menschlichen Organismus wichtige Schranken, wie die zwischen Blutkreislauf und Gehirn. Werden Nanopartikel eingeatmet, so können sie bis in die Lunge gelangen und dort Reizungen und entzündliche Reaktionen hervorrufen. Wie viele und welche Nanopartikel über den Darm aufgenommen werden, ist noch wenig untersucht, ebenso die Verteilung und Stabilität von Nanopartikeln im menschlichen Organismus.
Die Ausbreitungswege in Umweltmedien, und die möglichen Auswirkungen auf Ökosysteme sind ebenfalls großteils unbekannt. Zur Zeit werden erst genormte Methoden entwickelt, um Nanomaterialien in Produkten und Umweltmedien beziehungsweise ihre Risiken für Umwelt und Gesundheit nachzuweisen und dabei zu vergleichbaren Ergebnissen zu kommen. Die üblichen Dosis-Wirkungsbeziehungen gelten bei Nanopartikeln häufig nicht.
Da bisher noch keine allgemein gültigen Kennzeichnungspflichten bestehen, gibt es keine exakten Angaben über die Anzahl von Nanoprodukten auf dem Markt. Laut einer Umfrage in Deutschland beschäftigen sich aktuell an die 600 Unternehmen mit der Entwicklung und Vermarktung von Nanoprodukten.
Die WUA hat am österreichischen Aktionsplan Nanotechnologie mitgearbeitet sowie aktuell an dessen Evaluierung.
Die WUA leitet im Rahmen von ÖkoKauf Wien die Arbeitsgruppe Nanotechnologie und erarbeitet mit ExpertInnen Empfehlungen für eine verantwortungsvolle Beschaffung von Nanoprodukten durch die Stadt Wien.
Die WUA informiert die Medien zum Thema Nanosilber.