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Gstett'n in WienWo die einen nur Unordnung sehen...... finden die anderen einen faszinierenden SpielplatzDistelfalterStreifenwanzePrachtlibelleKleiner FuchsRaupe vom Kleinen FuchsMarienkäferlarveGrünfröscheRitzenvegetation

 

Gstett'n

Stadtbrache, Verwilderungsareal, Stadtwildnis, Niemandsland

Flächen im verbauten Gebiet, auf denen sich, zumindest eine Wachstumsperiode lang, vom Menschen nicht gezielt beeinflusst, dem Standort entsprechende Tiere und Pflanzen ansiedeln können.

Häufig sind Gstett’n Flächen, deren ursprüngliche Nutzung, wie zum Beispiel als Fabriksgelände, als Weingarten oder als Schottergrube, aufgegeben wurde. Bleiben diese Flächen sich selbst überlassen und werden nicht gepflegt, so entstehen Gstett‘n. Je nachdem, was die ursprüngliche Nutzung der Fläche war, bilden Gstett’n ihren Charakter aus. Es kommt zu einer Abfolge von Pflanzengesellschaften, die an den jeweiligen Standort gut angepasst sind. Für Mensch und Tier entstehen auf diese Weise relativ naturnahe Freiräume.

Typische Tiere: Maulwurf, Igel , Wildkaninchen , Specht, Haubenlerche, Nachtigall, Stieglitz, Frosch, Unke, Eidechse, Gottesanbeterin, Holzbiene, Schmetterling, Marienkäfer

Typische Pflanzen: Ruderalpflanzen

ENTWICKLUNG EINER GSTETT’N

1. Besiedlungswelle:1. (– 3.) Jahr

"kurzlebige einjährige Kraftlackeln" herrschen vor; eventuell treten auch Getreidewildkräuter, wie Klatschmohn und Kamille, auf.

2. Besiedlungswelle:2. (– 4.) Jahr

"längerlebige Einjährige Streuner" herrschen vor; auch zweijährige Kräuter wie Kerzen und Disteln treten auf.

3. Besiedlungswelle:3. (– 5.) Jahr

"Ausdauernde Egoisten herrschen vor, nämlich Unverwüstliche und Unersättliche. Auf besonders trockenen Standorten entstehen dauerhafte Trockenrasen.

4. Besiedlungswelle:5. – 10. Jahr

Die ersten Gebüsche und Bäume kommen. Die Entwicklungsgeschwindigkeit hängt vom Boden und der Umgebung ab. Auf trockenen Standorten entwickelt sich vielleicht stabiles Bocksdorngebüsch. Falls Robinien aufkommen, haben andere Gehölze kaum mehr Chancen.

5. Besiedlungswelle:10. – 30. Jahr

Je nach Feuchtigkeit des Standortes siedeln sich verschiedene Bäume an. Es ist aber noch kein echter Wald, weil der Unterwuchs aus Pflanzen besteht, die üblicherweise in der Stadt vorkommen.

AUSWAHL DER DARGESTELLTEN FLÄCHEN

Sicherlich gibt es in Wien viele Flächen, die wie Gstett’n aussehen, hier aber trotzdem nicht zu finden sind. Das kann verschiedene Gründe haben:

  • Es gibt mehrere einander sehr ähnliche Flächen; hier werden nur einige Beispiele beschrieben.
  • Es handelt sich vielleicht doch nicht um das, was wir als Gstett’n bezeichnen - also entweder bereits um einen Wald oder um jährlich gemähte Wiesen.
  • So schade es ist: Die Fläche ist als Bauland gewidmet, und eine Verbauung ist schon fix. Wir haben nur Gstett’n ausgewählt, die man voraussichtlich auch in den nächsten Jahren noch sehen kann.
  • Es gibt sicherlich Gstett'n, die uns nicht bekannt sind.

Andererseits kann es sein, dass Gstett'n, die hier vorgestellt werden, nicht mehr existieren, weil sie inzwischen verbaut wurden oder verwaldet sind. Die Erhebungen für diese Dokumentation erfolgten 2008.

Die Fotorechte (copyright) haben Eva Persy, Wilfried Doppler, Monika Fiby, Josef Mikocki und die MA 49.

LITERATURTIPP

Am Anfang war die Gstett'n
Wiener Stadtwildnisflächen
Wiener Umweltanwaltschaft (Hrsg.)
2008, 4. überarbeitete Auflage - kostenlose Bestellung oder unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Weiterführende Informationen

Gstett'n

  • Bahnanlagen
  • Baulücken
  • Ehemalige Industrie-, Gewerbe- und Militäranlagen
  • Ehemalige Schotterabbaugebiete
  • Gstett'n in Erholungsgebieten
  • Stadtwildnis
  • Wildnis an Gewässern
  • Wildnis in Parkanlagen
  • Ökologische Entwicklungsflächen

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