Interview mit Frau DI Eva Persy, MBA
Nachhaltigkeitskoordinatorin der Stadt Wien
Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22

Welche Nachhaltigkeits-Initiativen setzt die Stadt Wien?

Die Stadt Wien setzt zahlreiche Aktivitäten, um dem Leitgedanken der Nachhaltigen Entwicklung zunehmend gerecht zu werden. So wurde 1998 die Lokale Agenda 21 gestartet. 1998 wurde auch ein anderes Programm ins Leben gerufen: Seit über zehn Jahren erhalten die Wiener Betriebe im Rahmen des ÖkoBusinessPlan Wien Unterstützung bei der Entwicklung von Nachhaltigkeits- und Umweltmaßnahmen. 1999 wurde vom Gemeinderat ein erstes umfassendes Klimaschutzprogramm beschlossen, das 2009 für weitere zehn Jahre fortgeschrieben wurde. Neben vielen anderen Maßnahmen ging daraus das Programm "ÖkoKauf Wien" hervor. Auch in den Instrumenten der Stadtplanung hat der Leitgedanke der Nachhaltigen Entwicklung bereits seinen Niederschlag gefunden: Der Strategieplan Wien 2004, der Stadtentwicklungsplan 2005 und der Masterplan Verkehr Wien 2003 samt Fortschreibung 2008, orientieren sich daran.

Was sind die Tätigkeitsschwerpunkte der Nachhaltigkeitskoordinationsstelle?

Tätigkeitsschwerpunkte sind einerseits die Zusammenarbeit mit Ländern und Bund, andererseits die Koordination der Akteur/innen auf Wiener Ebene. So beherbergt die Wiener Nachhaltigkeitskoordinationsstelle beispielsweise das Programmmanagement des ÖkoBusinessPlan Wien und ist Teil der Programmleitung von "ÖkoKauf Wien". Mit diesen zwei (international mehrfach ausgezeichneten) Programmen werden erhebliche Verringerungen negativer Auswirkungen von Produktion und Konsum erzielt. Die Nachhaltigkeitskoordinationsstelle wirkt außerdem bei der Ausschreibung von Calls und der Prüfung von Förderungsanträgen des ZIT, der Technologieagentur der Stadt Wien, mit.

Ein Beispiel für eine laufende Tätigkeit mit konkreten Auswirkungen auf die Bürger/innen unserer Stadt?

Aktuell wird von uns der Krankenanstaltenverbund in seinen Bemühungen unterstützt, das Krankenhaus Nord (Inbetriebnahme 2015/2016) sowohl in der Planungs- als auch in der Errichtungsphase möglichst nachhaltig auszurichten. Dazu wurde erstmalig ein umfassender Kriterienkatalog ("Nachhaltigkeits-Charta“) für die komplexe Aufgabe Krankenhausbau erarbeitet. Die Kapazitäten des neuen Krankenhauses sind auf jährlich ca. 40.000 stationär aufgenommene und 250.000 ambulante Patient/innen ausgerichtet.

 

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