Die WUA stellt sich vor

Newsflash

Goldenes Staffelholz der Stadt Wien für die WUA
Heuer stand das „Goldene Staffelholz“ unter dem Motto „Das gibt’s so nur in Wien“. Das Ziel des Wettbewerbs, der bereits zum fünften Mal stattfand, ist es Geschichten, Projekte und MitarbeiterInnen, die Wien besonders machen, vor den Vorhang zu holen. Die WUA hat ihr beliebtes Schmetterlingsprojekt „Vanessa – Kinder und Artenvielfalt“ eingereicht und ein "Goldenes Staffelholz" gewonnen! Weiter ...

Umwelttipp der Woche

Fairtrade Schokolade – süßer Genuss mit gutem Gewissen       
In Kakaoplantagen sind die Löhne sehr niedrig, da am globalisierten Markt wenige große Süßwaren-Konzerne die Preise drücken. In manchen Ländern haben sich sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse gebildet und Kinderarbeit ist häufig. Die gute Nachricht: Es gibt inzwischen immer mehr Anbieter von qualitativ hochwertigster FAIRTRADE Schokolade.

Die Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 führte zu einem deutlichen Einbruch bei den Aktivitäten auf dem Gebiet der Kernenergie. Denn dadurch wurden weite Gebiete Weißrusslands verseucht und Nord- und Mitteleuropa in radiologischer Hinsicht mit noch heute messbaren Auswirkungen belastet.

Nach dem Bauboom der 1970-er und frühen 1980-er Jahre wurden praktisch keine neuen Anlagen mehr errichtet. Italien beschloss und vollzog den Ausstieg aus der – für den Italienischen Energiesektor in Zahlen eher unbedeutenden – Kernenergie. Der Bau vieler KKW wurde praktisch eingestellt. In den USA wurde die mit Three Mile Island begonnene Krise der Nuklearindustrie prolongiert. Dieser Effekt hielt etwa zehn Jahre an, danach begann die zumindest mediale betriebene Renaissance der Kernenergie. Vor allem mit dem Argument des Klimaschutzes, der Energiesicherheit und billiger Energiepreise versuchte die Nuklearindustrie wieder salonfähig zu werden.

Die Katastrophe von Fukushima hat diesen Bemühungen einen deutlichen Rückschlag beschert. In einer Reihe von Staaten, in denen Kernenergie seit jeher ein sehr kontroverses Thema ist, gab es vor dem Unfall in Fukushima Tendenzen zum Bau neuer Anlagen. Diese Staaten sind jedoch wieder auf einen Antiatomkurs eingeschwenkt.

Deutschland
Schweiz
Italien
Frankreich, Tschechien, Slowakei, Polen, ...
Das Ende für die Kernenergie?

Deutschland

Ein halbes Jahr vor der Katastrophe in Japan wurde noch aus zwingenden Gründen die Verlängerung der Laufzeiten der KKW beschlossen. Nach Fukushima wird der ursprüngliche Fahrplan für den Atomausstieg bis 2022 (mit einer letzten Option bis 2023) wieder umgesetzt.  Sogar die sofortige Abschaltung der sieben ältesten KKW lässt die Lichter in Deutschland nicht ausgehen. Auch einer möglicherweise erfolgreichen Klage der Betreiber auf Schadenersatz für den entgangenen Gewinn in Milliardenhöhe, blickt der deutsche Staat relativ gelassen entgegen. Die Vorteile des raschen Ausstiegs für Deutschland liegen auf der Hand. Bis zum Aus für das letzte deutsche KKW werden milliardenschwere Investitionen in den Technologiestandort Deutschland fließen. Dadurch wird nicht nur die Vorreiterrolle im Bereich erneuerbarer Energietechnologien gefestigt, sondern auch die technologische Grundlage für ein völlig neues, und den vielen dezentralen und fluktuierenden Energiequellen gewachsenes, Stromnetz geschaffen. Deutschland wird, wenn die Eindrücke von Fukushima so lange wie jene von Tschernobyl anhalten, die erste führende Wirtschaftsmacht ohne Nutzung der Kernenergie sein. Der sich daraus ergebende technologische Nutzen, die verringerte Abhängigkeit im Energiebereich sowie der volkswirtschaftliche Nutzen kann kaum überschätzt werden.

Schweiz  

Die Schweiz hatte sich für neue KKW entschieden um ihre alten Anlagen auf absehbare Zeit zu ersetzen. Die entsprechenden Verfahren dazu waren schon im Laufen. Mit Fukushima wurden diese Verfahren praktisch sofort unterbrochen. Aus derzeitiger Sicht werden sie auch nie wieder aufgenommen. Der Bundesrat hat sich dezidiert für ein Ende der Kernenergienutzung ausgesprochen, der Nationalrat hat sich dieser Meinung angeschlossen. Die Schweizer KKW werden am Ende ihrer Laufzeit vom Netz gehen und nicht durch neue ersetzt werden. 2034 markiert das späteste Ende der Kernenergie in der Schweiz.

Italien

Auch in Italien waren bereits die Weichen für eine Zukunft mit Kernkraftwerken gestellt. Nach dem Willen der Regierung sollte das Land in die Kernenergie einsteigen. Eigentlich wieder einsteigen, nachdem sich das Volk unter dem Eindruck von Tschernobyl schon einmal für den Ausstieg entschieden hatte. Die Abstimmung im Juni 2011 schaffte mit einer Wahlbeteiligung von etwa 57 % die notwendige 50-Prozenthürde. 1987 haben 80 % der Wähler für einen Ausstieg aus der Kernenergie gestimmt. Beim Referendum 2011 bestätigte sich dieses Ergebnis - 95 % sind gegen den Wiedereinstieg Italiens in die Kernenergie.

Frankreich, Tschechien, Slowakei, Polen,...

Derzeit setzen jene Staaten, in denen es nie eine kritische Diskussion gegeben hat und wo die Kernenergie zum nationalen Selbstbild gehört, auf ein „jetzt erst recht“ Verhalten. Es handelt sich dabei einerseits vor allem um die jüngeren Mitgliedsstaaten der EU, in denen Kernenergie noch immer emotional mit überlegener Hochtechnologie und nationaler Stärke verbunden wird. Andererseits  um Frankreich, das mit einem Stromsystem das beinahe gänzlich auf Kernenergie basiert, eine kurz bis mittelfristige Abkehr von der Kernenergie technisch nicht durchführen könnte. 

Das Ende für die Kernenergie?

Fukushima bedeutet nicht das unmittelbare Ende der Kernenergienutzung. Tschernobyl hat die Neubautätigkeit im Kernenergiebereich praktisch zum Erliegen gebracht. Fukushima führt zur Abkehr oder beschleunigten Abkehr einiger Staaten von der Kernenergie. Die Bedeutung der Kernenergie wird damit weiter sinken. Der etwas über zwei Prozent liegende Anteil an der weltweiten Energieaufbringung wird weiter weniger werden. Die aussteigenden Staaten werden in der Praxis zeigen, dass die Kernenergie - sogar durch erneuerbare Energieträger - ersetzbar ist. Investitionsentscheidungen zu Gunsten der Kernenergie werden wie in der Vergangenheit nur mit weitreichenden Garantien und Unterstützungen von Staaten fallen. Ohne das Einspringen von Staaten waren Investitionen in Kernenergie und werden Investitionen in Kernenergie nie positiv darstellbar sein. Es wäre wünschenswert, wenn darüber hinaus im Lichte von Fukushima die Haftungsfrage und die damit verbundene Frage der adäquaten Versicherung von KKW diskutiert werden. Dass die höchsten Versicherungssummen in Europa, von etwa einer Milliarde Euro – die Niedrigsten liegen bei etwa 80 Millionen Euro - im Schadensfall lächerlich sind, wurde jedenfalls durch Fukushima eindrucksvoll bewiesen.

Langfristig scheint unter diesen Umständen das Ende der Kernenergie fast unausweichlich. Es bleibt die bange Frage was früher eintritt, das Ende der Kernenergie oder der unausweichliche nächste Unfall.

 

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