Die WUA stellt sich vor

Newsflash

Beim 10. Wiener Nuklearsymposium am 20. September 2019 werden Fragestellungen rund um das Thema "Kernenergie im Klimawandel" behandelt.Der rasche Umstieg auf CO2-neutrale Technologien ist unbedingt notwendig, wenn die Folgen des Klimawandels noch einigermaßen überschaubar bleiben sollen. Kernenergie wird in diesem Zusammenhang oft als Teil der Lösung präsentiert. Auch wenn die Kernenergie als Industriezweig aus diesem Anlass weitere Investitionen lukrieren möchte, sind Effekte auf den Klimawandel in größeren Zusammenhängen zu hinterfragen und zu bewerten. Die Teilnahme am Nuklearsymposium ist kostenlos. Anmeldung

Umwelttipp der Woche

Ökologischer Schuleinkauf
Die Einkaufsliste für den Schulbeginn ist lang. Wählen Sie der Gesundheit, der Umwelt und auch Ihrer Geldbörse zu Liebe umweltfreundliche Produkte. Kaufen Sie beispielsweise nur unlackierte Bleistifte und Buntstifte und achten Sie auf das CE-Kennzeichen. Es garantiert die Einhaltung der Grenzwerte für Schwermetalle. Weitere Tipps 

In Paks gibt es Ungarns einziges KKW, das aus 4 Reaktoren des sowjetischen Typs WWER 440/213 besteht. Zur Zeit werden an diesem Standort über 40 Prozent der in Ungarn produzierten Elektrizität konzentriert erzeugt. Das seit fast 30 Jahren in Betrieb stehende Kraftwerk hat bereits eine schwere Störung hinter sich und soll nun erweitert werden.

Die Wiener Umweltanwaltschaft als Atomschutzbeauftragte der Stadt Wien beteiligt sich am Scooping-Verfahren zur anlaufenden grenzüberschreitenden UVP.   

Nach dem Willen der ungarischen Politik soll die Kapazität am Standort an der Donau verdoppelt werden. Alleine schon diese Konzentration vom Großteil der Stromversorgung eines Landes an einem Standort ist, was die Versorgungssicherheit betrifft, äußerst problematisch und kurzsichtig. Weitere Probleme ergeben sich auf den ersten Blick auch aus der übermäßigen Beanspruchung der Donau als letzte Wärmsenke des KKWs. Die WUA hat sich auf Grund der Nähe des geplanten KKWs und der damit einhergehenden potentiellen Gefahr für Wien, der Unvollständigkeit der vorliegenden Sooping-Dokumente und ihrem Auftrag als Atomschutzbeauftragte entsprechend dazu entschieden, eine gemeinsame Stellungnahme mit dem Bund und den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und Burgenland in Auftrag zu geben.

Die nukleare Renaissance?

KKW können nicht wirtschaftlich errichtet und betrieben werden. Seit das nicht nur KKW-kritische Stimmen meinen, sondern große KKW-Betreiber und -Errichter um Fördergelder, etwa in Großbritannien, einreichen ist es auch als allgemeiner Konsens zu betrachten. Erneuerbare Energieträger sind auch noch nicht wirtschaftlich gegenüber etwa Braunkohlekraftwerken - was den Wunsch nach einem funktionierenden CO2-Zertifikate-Handel nahelegt. Die Betonung liegt aber auf noch, denn die erneuerbaren Energieträger werden von Jahr zu Jahr deutlich billiger. Nicht so die Kernenergie, hier steigen die Preise kontinuierlich. Zu einem großen Teil dadurch, weil auch die ganz großen KKW-Enthusiasten nach jedem GAU kurz innehalten und erkennen, dass die absolut sichern KKW vielleicht doch die eine oder andere sicherheitstechnische Verbesserung vertragen könnten.

Wenn KKW schon unwirtschaftlich, gefährlich und einer Energiewende hinderlich sind, kann man offensichtlich durch geschicktes Lobbying und mit Hilfe des Mythos von der günstigen CO2-Bilanz der Kernenergie doch noch erreichen, dass sich die EU-Kommission ganz offiziell für die Legalisierung von staatlichen Beihilfen für Strom aus KKW einsetzt.

Mehr Informationen:

KKW PAKS II, Fachstellungnahme zum Entwurf einer Umweltverträglichkeitserklärung (UVP-Scoping-Dokument) im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung, 2013 (670-KB-PDF)
EU-Kommission zur Energieförderung (englisch)

TPL_WUA_ADDITIONAL_INFORMATION