Dula Feichter, Wiener Umweltanwaltschaft

„Sol je morje, ki ni moglo nazaj na nebo“ - „Salz ist das Meer, das nicht zum Himmel zurückkehren konnte“ ist das Motto der Salinen von Sečovlje. Die Salinen Sečovlje, auf Slowenisch "Sečoveljske soline", sind ein Teil des einzigartigen Naturparks und zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. 

In den Salinen wird das Salz seit über 700 Jahren traditionell, nämlich händisch und nachhaltig mit Hilfe von Sonne und Wind, gewonnen. Der Naturpark befindet sich im südlichen Teil der Gemeinde Piran, unmittelbar an der Grenze zu Kroatien und hat eine Fläche von etwa 750 Hektar. Im Jahr 1993 wurden die Salinen im Rahmen der Ramsar Konvention in die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung aufgenommen. Der nördliche Teil des Naturparks, mit dem Namen Lera, wo das Salz erzeugt wird, ist vom südlichen Teil, den Fontanigge, durch den Kanal Grande getrennt. Im Bereich von Fontanigge befinden sich aufgelassene Kanäle und auch Ruinen der Salzarbeiterhäuser. Im Naturpark entlang des Kanalsystems und den aufgelassenen Kanälen, an Salzfeldern, an Meeresmündungen und Dämmen befindet sich eine einzigartige Landschaft mit einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten, welche an den hohen Salzgehalt im Boden und Wasser angepasst sind bzw. diesen zum Leben benötigen.

An die 300 verschiedene Vogelarten, wie z. B. Seidenreiher, Zwergdommel, Purpurreiher und Schwalbenarten wie etwa Ziegenmelker, wurden in dem Naturschutzgebiet beobachtet. Gelegentlich werden auch Flamingos gesichtet. Auch zahlreiche andere Tierarten wie Insekten, wie die Gelbköpfige Dolchwespe, Fangschrecke oder verschiedene Bienenarten, Muscheln, Fische wie der Zebrakärpfling, Teichschildkröten, Krebse wie der 1 cm große Salinenkrebs, Eidechsen sowie Säugetiere wie Hasen, Füchse und Mäuse sind hier beheimatet. Auch die Pflanzenwelt bietet eine besondere Artenvielfalt. Zahlreiche Salzpflanzen (Halophyten), wie etwa die Gliedermelde, Schmalblättriger Strandflieder, Strand-Segge und Strand-Sode, sind hier ein wichtiger Teil des Ökosystems.

Am schönsten sind die Salzpflanzen bzw. die Salzwiesen im Herbst, wenn sie sich rot-violett färben. Es ist sehr friedlich im Naturpark. Bei einer ausgedehnten Besichtigung hört man nur das Vogelzwitschern und das Summen, man spürt die salzige Luft wie eine sanfte Briese an der Haut und erfreut sich an einer wunderschönen Landschaft und ihrer Weite. Es riecht nach Salz und Kräutern. Die Atmosphäre ist sehr berührend, da die Natur so verletzlich und gleichzeitig so kraftvoll erscheint. Jedes Mal, wenn ich den Naturpark besuche, entdecke ich etwas Neues, wie etwa eine Schwanenfamilie mit vier Küken und Stelzenläufer. Das Areal ist in der Nacht nicht beleuchtet und das ist gut so, um die Natur und ihre Bewohner vor schädlicher Wirkung der Lichtverschmutzung zu schützen. Die Lichtverschmutzung hat bedeutende negative Auswirkungen auf die Fauna und Flora, wie etwa auf die Ernährung, Räuber-Beute-Beziehung, Fortpflanzung, Kommunikation und Wanderungsbewegungen. Slowenien hat als erster EU-Staat im Jahr 2007 ein Gesetz gegen die Lichtverschmutzung erlassen.

Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch!

Mehr Informationen:

Sečoveljske soline
Zum Thema Lichtverschmutzung  

© Fotos: Dula Feichter

 

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