Am 7. März 2023 wurde in den USA am Kraftwerksstandort Vogtle (Georgia) zum ersten Mal seit 27 Jahren (1996) ein neuer Atomreaktor fertiggestellt und aktiviert. Dabei handelt es sich um einen AP-1000 Reaktor mit einer elektrischen Leistung von einem Gigawatt. Der Bau des Reaktors nahm 14 Jahre in Anspruch, da es während der Bauphase immer wieder zu Verzögerungen kam. Aktuell wird an dem Standort ein weiterer Reaktor errichtet, der dieses Jahr fertig werden soll. In demselben Zeitraum (seit 1996) wurden insgesamt 20 Nuklearkraftwerke in den USA stillgelegt, da sie das Ende ihrer vorgesehenen Laufzeit erreichten. 

abb zu vogtle kleinBis auf in China zeichnet sich weltweit ein ähnliches Bild ab. Zwischen 2003 und 2022 wurden insgesamt 99 Reaktoren in Betrieb genommen, während gleichzeitig 105 Anlagen geschlossen wurden (siehe Abbildung).

Kapitalkosten für neue Atomkraftwerke sind extrem hoch

Einem Finanzbericht des Kraftwerksbesitzers von Vogtle zufolge belaufen sich die vorläufigen Kosten für den Bau der zwei AP-1000 Einheiten auf insgesamt 34 Mrd. US-Dollar. Das bedeutet für 1 GW elektrischer Leistung werden 17 Mrd. US-Dollar bezahlt. Zum Vergleich: wenn aktuelle (2021) Kalkulationswerte für erneuerbare Energien (Frauenhofer Institut) herangezogen werden, lässt sich eruieren, dass mit demselben Kapital (34 Mrd. US-Dollar) 20 bis 28 GW Photovoltaik oder 7 bis 22 GW Windkraft installiert werden könnten. Die Schwankungsbreiten kommen daher, dass nicht alle Projekte im Wind- und Solarbereich dieselbe Rentabilität aufweisen. Darüber hinaus muss bedacht werden, dass die Installation von Kapazitäten im Wind- und Solarbereich einen wesentlich kürzeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Das bedeutet, dass diese Investitionen viel früher Strom produzieren und somit einen positiven Effekt auf die CO2-Bilanz eines Landes aufweisen können.

Quelle Bild: WNISR, IAEA-PRIS, 2023

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