Klimakrise, Biodiversitätskrise und Pandemie sind die Krisen unserer Zeit, die unser Leben, unsere Umwelt und unsere Zukunft auf vielfältige Weise beeinflussen und gefährden. Sie sind komplex, beängstigend und führen zu unterschiedlichen Reaktionen: zu Angst, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, aber auch zu Leugnung, Wut und Hass. Sie spalten unsere Gesellschaft und verhindern so, dass wir den wesentlichen Punkt erkennen: sie sind nicht unlösbar. Die Lage ist ernst, aber nicht aussichtslos. Wir haben jetzt die Möglichkeit zu handeln und die Krisen zu meistern. Klimakrise, Biodiversitätskrise und Pandemie werden oft als unterschiedliche Probleme behandelt, aber sie sind eng miteinander verbunden und können nur gemeinsam bewältigt werden. 

Die Grundlage unseres Lebens
Zerstörung von Ökosystemen
Lebensraumverlust
Stress
Verlust genetischer Vielfalt
Intensive Landwirtschaft
Verlust der Sortenvielfalt
Massentierhaltung
Konflikte und Jagd
Natur und Umwelt schützen bedeutet Probleme lösen
Zusammenfassung
Weiterführende Informationen
Quellen

Die Grundlage unseres Lebens

Um zu verstehen, warum diese Krisen so eng miteinander verbunden sind und warum es so wichtig ist, sich mit ihnen auseinander zu setzten, müssen wir uns zuerst folgendes vor Augen führen: Ökosysteme erbringen tagtäglich, zu jeder Zeit, verschiedene Leistungen, die die Grundlage unseres Lebens darstellen. Sie werden vier in Kategorien eingeteilt:

  • unterstützende Leistungen, z. B. Bodenbildung, Nährstoffkreisläufe, ...
  • regulierende Leistungen, z. B. Klimaregulation, Bestäubung, ...
  • versorgende Leistungen, z. B. Nahrung, Wasser, Rohstoffe, ...
  • kulturelle Leistungen, z. B. Erholung, Inspiration, ...

Diese Leistungen und ihr Wert sind schwer zu erfassen, weil sie kostenlos und selbstverständlich für uns sind. Wer denkt schon jeden Tag daran, dass in einer Handvoll Erde Millionen Lebewesen daran arbeiten, Nährstoffe umzusetzen? Ohne sie gäbe es keine funktionierenden Kreisläufe, keinen fruchtbaren Böden, keine Nahrungsmittel.

Als Ökosystem bezeichnet man die Interaktionen von verschiedenen Lebewesen untereinander und mit ihrer unbelebten Umwelt. Verschwinden nun einige dieser Lebewesen oder wird die Umwelt verändert, so gerät das komplexe Zusammenspiel aus dem Gleichgewicht und die für uns Menschen wichtigen Leistungen, können nicht mehr erbracht werden.

Wir müssen uns also bewusstwerden, dass wir von Ökosystemen abhängig sind und dass wir mit unserer derzeitigen Lebensweise genau diese Systeme in Gefahr bringen und zerstören.

Zusammenhänge erkennen und verstehen

Stark vereinfacht und ohne Anspruch auf Vollständigkeit möchten wir hier einige komplexe Zusammenhänge aufzeigen um zu verdeutlichen, warum die aktuellen Krisen untrennbar miteinander verbunden sind und warum es nötig ist, sie gleichzeitig zu berücksichtigen:

Zerstörung von Ökosystemen

Wie bereits erklärt, sind wir auf funktionierende Ökosysteme angewiesen. Durch unsere Aktivitäten verschlechtert sich allerdings ihr Zustand und im schlimmsten Fall werden sie zerstört. Das passiert direkt (durch Versiegelung, Rodung, Nutzungsänderung wie z. B. das Trockenlegen von Mooren, usw.) und indirekt, durch die Änderung des Klimas: Wetterextreme nehmen zu und können ganze Landstriche verwüsten, z. B. erhöht die zunehmende Trockenheit das Risiko für schwere Waldbrände und Starkregenereignisse führen zu großflächigen Überschwemmungen. 2021 wurden weltweit neue Regen- und Hitzerekorde aufgestellt.

Ökosysteme können sich oft nur über einen langen Zeitraum erholen. Gerade Moore und Wälder (besonders tropische Wälder) speichern aber viel CO2 – ihre Zerstörung treibt die Klimakrise weiter an.

Auch die Schäden, die die Wetterextreme hinterlassen, tragen noch weiter zur Verschlechterung der Klimasituation bei. Nach einer Katastrophe wird ein schneller Wiederaufbau veranlasst, aber ob dieser nachhaltig oder biodiversitätsschonend geschieht, ist zumeist zweitrangig. Die Emissionen, die bei Aufräumarbeiten verursacht werden, finden kaum Beachtung. Je schlimmer die Klimakrise, desto häufiger und schwerer die Schäden und desto weniger Geld bleibt nach dem Wiederaufbau für Maßnahmen zum Schutz der Ökosysteme.

Lebensraumverlust

Lebensraumverlust kann großflächig sein (siehe Zerstörung von Ökosystemen), aber auch im kleineren Maßstab stattfinden und „nur“ bestimmte Arten oder Artengruppen betreffen. Durch Versiegelung (Bau von Straßen, Häusern etc.) und intensive Nutzung (Landwirtschaft) werden Lebensräume zerstört und/oder zerschnitten – die Biodiversität nimmt ab. Für Bautätigkeiten werden Ressourcen benötigt und es wird viel CO2 freigesetzt. Beispielsweise verursacht die Zementproduktion 8 % der weltweit freigesetzten Treibhausgase. So wirkt sich der Lebensraumverlust nicht nur negativ auf die Biodiversität aus, sondern auch auf das Klima. Und je mehr sich das Klima in kurzer Zeit ändert, desto mehr Lebensraum geht wiederum verloren.

Wenn sich Temperatur und Niederschlag verändern, dann sind auch die Lebensbedingungen anders. Viele Arten können sich nicht so schnell anpassen. Sie haben folglich weniger Platz zum Leben und ihre Populationen werden kleiner. Manche Arten sind mobil und können abwandern, sodass sich ihre Verbreitungsgebiete verschieben. Aber nicht immer ist genug Platz, um das Verbreitungsgebiet zu verändern (z. B. im Gebirge oder bei unüberwindbaren Barrieren). So verändert sich nach und nach die Zusammensetzung der Arten. Die Folgen machen sich nicht sofort bemerkbar, weil frei gewordene Nischen neu besetzt werden können, aber langfristig sind sie schwer: Die Vielfalt geht verloren und die Ökosysteme werden einander ähnlicher, denn überall setzen sich die gleichen anspruchslosen, anpassungsfähigen Arten durch.

Krankheiten können sich innerhalb einer häufigen, dominanten Art effizienter und schneller ausbreiten, denn bei hoher Artenvielfalt würden die geeigneten Wirte nicht so häufig, sondern nur vereinzelt vorkommen.

Die Ökosysteme sind durch den Verlust der Vielfalt auch weniger resilient, also weniger anpassungsfähig und stabil, und das Risiko steigt, dass sie wichtige Leistungen nicht mehr erbringen können. Das bedroht unsere Lebensgrundlage und verschärft die Klimakrise, denn auch Klimaregulation ist eine dieser Leistungen (siehe „Die Grundlage unseres Lebens“).

Stress

Das veränderte Klima stresst Arten zusätzlich zu den Herausforderungen, denen sie durch die Aktivitäten des Menschen ohnehin schon ausgesetzt sind. Zumeist kommen gleich mehrere Stressfaktoren zusammen, z. B. gehen Wassermangel durch Trockenheit und hohe Temperaturen Hand in Hand. Auch Spätfröste sind zunehmend ein Problem. Durch milde Temperaturen zu Frühlingsbeginn treiben Pflanzen früher aus und Zugvögel kehren früher aus ihren Winterquartiere zurück. Eine anschließende Schlechtwetterphase mit Frost setzt vielen Lebewesen zu.

Klimatische Veränderungen sind neben anthropogenen Störungen also weitere Stressfaktoren, die dazu führen, dass sich Arten weniger fortpflanzen und/oder weniger Nachwuchs haben. Weniger Fortpflanzung bedeutet, dass es weniger Individuen gibt, also weniger Biomasse. Komplexe Kreisläufe und Gleichgewichte wie z. B. Nahrungsbeziehungen werden gestört. Auch hier ist die Folge, dass Ökosysteme langfristig wichtige Leistungen nicht mehr erbringen können und das wiederum verschärft die Klimakrise.

Verlust genetischer Vielfalt

Durch genetische Vielfalt sind Evolution und die Anpassung an neue Bedingungen möglich.Klimatische Bedingungen ändern sich derzeit relativ schnell und es wird für alle Lebewesen immer wichtiger, sich an diese anzupassen. Je weniger Individuen es gibt, desto mehr verschwindet aber das genetische Potenzial, das in ihnen schlummert.

Mit dem Verlust der Biodiversität auf genetischer Ebene geht das Anpassungspotenzial verloren, die genetische Variabilität von Populationen wird eingeschränkt und Effekte wie Inzucht und die Anfälligkeit für Krankheiten steigen.

Oftmals denkt man nur an die populären bedrohten Arten (wie Eisbär, Koala & Co) und nicht an die vielen, die wir noch nicht einmal kennen und die möglicherweise mit anderen Arten eng assoziiert sind (z. B. Darmbakterien, spezialisierte Parasiten, usw.). In der Forschung und Medizin kann die Analyse der genetischen Vielfalt wichtige Erkenntnisse liefern, um Krankheiten zu heilen oder neue Technologien zu entwickeln. Mit dem Verlust bisher unentdeckter Arten geht unwiederbringlich die Chance verloren, ihr genetisches Potenzial zu erforschen.

Intensive Landwirtschaft

Die Erzeugung von Lebensmitteln hat sich im Laufe der Geschichte stark verändert. Durch neue Techniken und Geräte konnte die Effizienz immer weiter gesteigert werden. Besonders hervorzuheben ist das Haber-Bosch-Verfahren, das Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde und die kostengünstige Produktion von Düngemittel ermöglicht. Das revolutionierte die Landwirtschaft, denn plötzlich konnte die Bodenfruchtbarkeit erhöht und der Ernteertrag beträchtlich gesteigert werden. Was zuerst wie ein Segen erschien, um den Hunger der wachsenden Weltbevölkerung zu stillen, hat sich mittlerweile zu einem großen Problem entwickelt: Es wird viel zu viel Stickstoff künstlich ausgebracht, sodass Böden und Gewässer mit Nährstoffen überversorgt (eutrophiert) werden. Das wirkt sich auf den Stickstoffkreislauf aus (und hat damit negative Folgen für die Biodiversität und die Ökosysteme) und verursacht die Freisetzung von Treibhausgasen (Lachgas, Stickoxide). Auch bei der Erschließung neuer Flächen für die landwirtschaftliche Produktion, werden Treibhausgase (CO2) frei. Sie verschärfen als Treiber der Klimakrise die Situation.

Intensive Landwirtschaft führt auch zu einer starken Veränderung der Struktur von Landschaften. Die gründliche Nutzung des Bodens durch den Menschen, das regelrechte „Ausräumen von Landschaften“ verursacht den Verlust von natürlichen Strukturen und Lebensräumen, sodass viele Arten keinen Platz zum Überleben haben. Dazu kommt noch der Einsatz von Pestiziden, der zu einer starken Abnahme der Biodiversität führt.

Das veränderte Klima könnte sich durch höhere Temperaturen und längere Vegetationsperioden zwar positiv auf den Ertrag auswirken, aber die zunehmende Trockenheit setzt den Kulturen zu. Wetterextreme werden häufiger und verursachen erhebliche Schäden. So wird der Schaden durch Frost an Obstkulturen im Frühling 2021 allein in Österreich auf 35 Millionen € geschätzt.

Durch die Änderung von Verbreitungsgebieten aufgrund des Klimas besteht auch die Gefahr, dass sich Schädlinge und Krankheiten ausbreiten. Insbesondere Monokulturen sind besonders anfällig für Wetterextreme und Schädlinge. Daher werden umso mehr Pestizide benötigt, es gibt folglich immer weniger nützlichen Insekten, der Aufwand der Bewirtschaftung steigt und der Ertrag nimmt ab. Also werden neue Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung benötigt und bei der Umwandlung wird wieder COfrei – eine „Abwärtsspirale“.

Intensive Landwirtschaft wirkt sich negativ auf das Klima und die Biodiversität aus und je mehr auf diese Form der Ressourcennutzung gesetzt wird, desto schwieriger wird es in Zukunft die Ernährungssicherheit zu gewährleisten.

Verlust der Sortenvielfalt

Durch die Änderung des Klimas und die mögliche Ausbreitung neuer Schädlinge und Krankheiten wird es in Zukunft immer wichtiger werden, Sorten anzubauen, die besser mit Trockenheit und höheren Temperaturen zurechtkommen. Leider werden in der intensiven Landwirtschaft nur wenige Sorten kultiviert und genau die Vielfalt, die künftig für die Ernährungssicherheit gebraucht werden könnte, geht dabei verloren. Dabei kann eine abwechslungsreiche, vielfältige und kleinteilige Landwirtschaft mit naturnahen Landschaftselementen nicht nur die Produktion von verschiedenen Nahrungsmitteln sicherstellen, sondern auch wesentlich zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen.

Massentierhaltung

Die Produktion von Fleisch und Milchprodukten ist sehr ressourcenaufwendig: Nutztiere müssen aufgezogen und versorgt und ihre Futtermittel produziert und transportiert werden. Etwa 80 % des weltweit angebauten Sojas werden verfüttert, die meisten Sojabohnen kommen aus den USA, Brasilien und Argentinien. Und nicht nur das Futter hat oftmals eine Weltreise hinter sich, auch die Tiere werden teilweise über weite Strecken transportiert. Dazu kommt noch, dass im Zuge des natürlichen Stoffwechsels der Tiere (besonders bei den Wiederkäuern) klimawirksame Gase produziert werden. Damit ist offensichtlich, dass bei der Massentierhaltung viele Treibhausgase freigesetzt werden und der derzeitige Fleischkonsum die Klimakrise weiter antreibt.

Laut der europäischen Umweltagentur „hinterlassen Fleisch und Milchprodukte den größten Fußabdruck im Hinblick auf Kohlenstoff, Rohstoffe und pro Kilogramm Lebensmittel verbrauchtes Wasser.“ Durch den hohen Ressourcenverbrauch (Boden, Futtermittel, Wasser, etc.) und die damit verbundene Beanspruchung von Flächen gefährdet die Massentierhaltung auch die Biodiversität.

Weltweit werden 80 % der landwirtschaftlichen genutzten Fläche für Viehproduktion und Futtermittelanbau genutzt, aber die so erzeugten tierischen Lebensmittel machen nur 20 % der Nahrungsenergieversorgung aus. Würden die Flächen für den Anbau von Pflanzen genutzt werden, wäre die Ausbeute an Nahrungsmitteln um ein Vielfaches höher, mehr Menschen hätten zu essen und die wertvollen Böden wären effizienter genutzt. Doch der weltweite Fleischkonsum steigt und so müssen immer mehr Flächen zur Produktion bereitgestellt werden.

Die Massentierhaltung hat bereits enorme Ausmaße angenommen: Das Gewicht aller Nutztiere zusammengerechnet ist fünfzehn Mal größer als das Gewicht aller Wildtiere.

Die Haltung einer großen Zahl an Tieren auf engem Raum ist nicht nur unethisch, sondern so naturfern und lebensfeindlich, das die Tiere krank werden, wenn sie keine Medikamente (Antibiotika, Hormone, Schmerzmittel) zu sich nehmen. Je mehr und öfter Antibiotika eingesetzt werden, desto eher passen sich die Bakterien an und die Medikamente wirken nicht mehr. Künftig wird es immer schwieriger werden bakterielle Infektionskrankheiten zu behandeln.

Durch die industrielle Tierhaltung kommt es auch zu einem engen Kontakt von Mensch und Nutztier. Das begünstigt und ermöglicht die Übertragung von Krankheiten zwischen Mensch und Tier.

Konflikte und Jagd

Die Veränderung von Verbreitungsgebieten und die zunehmende Ressourcenknappheit aufgrund der Klimakrise werden zu mehr Konflikten zwischen Wildtieren und Menschen führen. Trockenheit, sehr warme Temperaturen und der Verlust von Lebensraum und Nahrung lässt Tiere und Menschen vermehrt zusammentreffen und um die verbleibenden Ressourcen konkurrieren.Ein prominentes Beispiel sind Eisbären, die immer öfter menschliche Siedlungen in Kanada aufsuchen, weil das Eis schmilzt und sie in ihrem ursprünglichen Jagdgebiet nicht mehr genug Futter finden. Das Aufeinandertreffen von Wildtieren (besonders von Raubtieren oder Nahrungskonkurrenten) und Menschen führt immer wieder zum Wunsch nach verstärkter Jagd bzw. Eindämmung der Arten. Das verstärkt den Druck auf die Wildtiere, die aufgrund der Klimakrise ohnehin schon einiges aushalten müssen.

Wenn Arten reduziert oder sogar aus der Nahrungskette entfernt werden, hat das Konsequenzen. Wenn Räuber fehlen, so können sich andere Tiere plötzlich stark vermehren, z. B. gibt es in den USA durch die Abnahme der Pumas viel mehr Hirsche. Eine Folge der Zunahme der Hirschpopulation ist ein Anstieg an Borreliosefällen.

Wenn bewohnbare, fruchtbare Regionen kleiner werden, kommt es zu engerem Kontakt mit Wildtieren und zur vermehrten Nutzung von Wildtieren als Nahrungsressource. Auch seltene, geschützte Arten sind mitunter betroffen und das verursacht das Verschwinden von Arten in bestimmten Regionen. Sowohl der enge Kontakt, als auch der Verzehr von Wildtieren kann zur Übertragung von Krankheiten führen, wie z. B. HIV, Ebola und SARS. Auch COVID-19 ist vermutlich eine Zoonose, also eine vom Tier zum Menschen übertragene Krankheit. Die Klimakrise und unser respektloser Umgang mit Wildtieren begünstigt Pandemien. Durch Natur- und Klimaschutz wird auch die menschliche Gesundheit geschützt.

Natur und Umwelt schützen bedeutet Probleme lösen

Beim Schutz der Biodiversität geht es nicht „nur“ darum einzelne, sympathische Arten zu erhalten, sondern die biologische Vielfalt auf allen Ebenen und in allen Formen so gut es geht zu schützen, um die komplexen Wechselwirkungen, die unser Leben auf der Erde ermöglichen, zu sichern. Davon hängt unsere Zukunft ab.

Klimakrise, Biodiversitätskrise und Pandemie können und müssen gemeinsam betrachtet und bewältigt werden. Das Wissen um diese Zusammenhänge und die Dringlichkeit Lösungen zu finden, ist ein erster wichtiger Schritt. Dabei darf es allerdings nicht bleiben. Wir müssen uns den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ursachen der Krisen stellen und einen grundlegenden Wandel vollziehen, von der Übernutzung der natürlichen Ressourcen, zu einer nachhaltigen Nutzung und einer gerechten Verteilung der Vorteile, die sich daraus ergeben.

Der Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen sind der schnellste und günstigste Weg die Biodiversität zu schützen und Treibhausgase zu binden. Allerdings sind Aktionen wie Aufforstungen nur dann sinnvoll, wenn Bäume als Mischwald die Doppelrolle von CO2-Speicher und naturnahem Lebensraum erfüllen können. Als Monokultur sind sie anfällig für Wetterextreme (mit Bränden als Folge) und Schädlingsbefall und sie entsprechen keinem natürlichen Lebensraum. Auch die Wahl des richtigen Standorts ist wichtig, denn es macht z. B. keinen Sinn Moore aufzuforsten. Bei allen Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise muss man auch die Biodiversität berücksichtigen, denn: „Schutz der Biodiversität = Schutz der Ökosystemleistungen = Bewältigung der Klimakrise“. Außerdem schützen uns die Ökosysteme vor den Folgen des veränderten Klimas, vor Wetterextremen und Katastrophen wie Überschwemmungen.

Des Weiteren müssen umweltschädliche Gewohnheiten reduziert werden. Konsum, Ernährung, Abfallwirtschaft und die Verschwendung natürlicher Ressourcen können nicht weitergeführt werden wie bisher. Politische Regelungen und Umweltgesetze müssen den Rahmen für den Wandel vorgeben und umweltschädliche Subventionen müssen abgeschafft werden.

Zusammenfassung

Aktuelle Krisen zeigen, dass Mensch und Natur nicht getrennt voneinander betrachtet werden können, denn Klima, Biodiversität, Gesundheit und Wohlbefinden sind untrennbar miteinander verbunden und Probleme sind nur dann zu bewältigen, wenn sie gemeinsam gelöst werden. Durch den Schutz der Biodiversität wird sichergestellt, dass Ökosysteme weiterhin wichtige Leistungen erbringen, die die Grundlage unseres Lebens darstellen (z. B. Bereitstellung von Trinkwasser und Nahrung, Regulation des Klimas, Stoffkreisläufe, usw.). Klimaschutz und Biodiversitätsschutz sind kein Luxus, sondern zwingend notwendig.

Weitere Informationen

Quellen

 

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