Anlässlich dieses markanten Datums zum 5. Jahrestag des Pariser Klimaabkommens hat die WUA ihre Klimaseiten neu gestaltet und ausgebaut. Wir zeigen die großen Gefahren der Klimakrise auf und wollen zugleich auf die Rahmenbedingungen und Chancen einer klimaneutralen Gesellschaft hinweisen. Dazu haben wir auch zusammengestellt, an welchen Themen die WUA in der Stadt Wien aktiv mitarbeitet und Impulse gibt.

Der Hoffnungsschimmer von PARIS

Jahrelang scheiterten UN-Konferenzen kläglich bei dem Versuch, ein weltweites Klimaabkommen unter Einbeziehung der Entwicklungs- und Schwellenländern zustande zu bringen. Als dann am 12. Dezember 2015 das Pariser Klimaabkommen abgeschlossen werden konnte, war die Freude groß. Es machte vielen Hoffnung, dass die Politik die Klimakrise endlich ernst nimmt und durch international akkordierten Klimaschutz eine globale Klimakatastrophe abwendet.

Klimakrise hautnah

Doch was ist seither passiert? Eines sicherlich: Die Klimakrise hat uns in den letzten fünf Jahren bereits deutlich ihre Fratze gezeigt. Apokalyptische Bilder von den Buschbränden in Australien flimmerten über unsere Bildschirme, wo letzten Sommer in nur einer Saison ganze 20 % der australischen Waldbedeckung in Buschfeuern vernichtet wurde und eine Milliarde Tiere bei lebendigem Leib verbrennen mussten.

Das größte Korallenriff der Erde, das über 2000 Kilometer lange Great Barrier Reef, erlebte durch zu hohe Meerestemperaturen gleich mehrere Korallenbleichen hintereinander und ist wahrscheinlich durch die weitere Erwärmung der nächsten Jahre als Lebensraum verloren.

Die Anzahl und Intensität an (Wirbel-)Stürmen hat drastisch zugenommen. Dürren in Europa und in den USA haben Ernteerträge reduziert und große Waldflächen (wie zum Beispiel im Waldviertel) absterben lassen. Kalifornische und arktische Waldbrände, Torfbrände in Russland, haben alle bisherigen Rekorde gebrochen.

Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen und eines ist klar. Wir müssen als Weltgemeinschaft und Weltwirtschaft eine neue Richtung einschlagen, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass wir als Menschen nur als Teil einer lebensfähigen natürlichen Umwelt überleben werden. Das heißt mit Natur, ihren Lebensräumen und ihren Elementen - Tiere, Pflanzen, Pilze, Boden, Wasser Luft - zu leben und nicht gegen sie. Dazu reichen keine bloßen Einsparungen von diesem und jenem. Wir müssen unsere Naturräume und Böden nach Kräften regenerieren, wenn wir noch eine Chance auf eine sichere Zukunft haben wollen.

Politisches Handeln dringend notwendig

Wer sich nach Paris erwartete, dass die Politik sich nun emsig ans Werk macht und eine globale Energiewende vorantreibt, wurde trotzdem bitter enttäuscht. Durch die Arbeit von Lobbyisten der Öl-, Kohle- und Gaskonzerne werden fossile Energien immer noch hoch subventioniert und so der Ausbau der inzwischen günstigeren Erneuerbaren Energien wird verlangsamt statt beschleunigt. Der Wahlsieg Donald Trumps in den USA und Jair Bolsonaros in Brasilien bremsten auch international Initiativen zur Energiewende und zur Rettung der großen Waldgebiete der Erde, besonders des Amazonas, aus. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre stieg seit 2016 von 402 ppm auf circa 414 ppm steiler als zuvor. Ebenso die Methankonzentration!

Eine junge Klimabewegung wurde geboren

Millionen junger Menschen beginnen zu verstehen, dass ihre Zukunft ganz real in Gefahr ist und beginnen sich weltweit zu vernetzen und aktiv für ihre Zukunft zu kämpfen. Greta Thunberg und Fridays for Future sind ein wichtiger Impuls. Denn jedes Jahr zeigen uns neue Rekorde an Wetterkapriolen und Schäden, dass wir handeln müssen.

Die Bilder von Millionen Klimaaktivist/innen auf den Straßen der ganzen Welt haben auch der Wirtschaft und der Politik gezeigt, dass der Klimaschutz in die Gänge kommen muss. Seit etwa einem Jahr beobachten wir nun auch, dass die Klimaschutz-Ziele von immer mehr Staaten und Städten stetig ambitionierter werden. Joe Biden wurde zum neuen US-Präsidenten gewählt und die USA melden sich als Player im Klimaschutz nun hoffentlich zurück. Auch das so wichtige China und die EU wollen ihre Klimaziele jetzt verschärfen. „Green New Deal“ ist das neue Zauberwort.

Österreich, das in Relation zum Treibhausgas-Ausstoß von 1990 bisher noch keine Tonne CO2 eingespart hat, möchte nun ab 2040 klimaneutral wirtschaften.

Das ist wunderbar, aber die jungen Menschen auf den Straßen möchten auch Taten sehen. Und mit Recht ab heute, und nicht erst übermorgen. Bis jetzt gibt es zum Beispiel die zusätzliche Klimamilliarde in Österreich und in Wien zum Beispiel das Klimabudget. Die kürzlich erfolgte Fortschreibung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP), ganz ohne die dringend nötigen Reformen, war hier leider kein hoffnungsvolles Signal.

Die Chancen in der Krise

Was wir uns als WUA wünschen, ist vor allem eine neue Sichtweise auf die kommenden Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die Coronakrise hat Menschen voneinander getrennt und förderte soziale Vereinsamung, Armut, Arbeitslosigkeit und kulturelle Stille.

Die Klimakrise ist anders. Die große Transformation muss so angelegt werden, dass möglichst viele Menschen dadurch ein besseres Leben erhalten. Im Rahmen der Energiewende, im Rahmen einer ökologischeren Landwirtschaft und Regeneration der Natur entstehen Arbeit und Arbeitsplätze. Im Rahmen einer ökosozialen Steuerreform, die ihren Namen auch verdient, muss Armut bekämpft und insgesamt die Ungleichheit in der Gesellschaft reduziert werden. Dazu müssen die sozialen Auswirkungen im Rahmen der Nachhaltigkeit immer mitgedacht und berücksichtigt werden. Mehr sozialer Austausch, Inklusion und Gemeinschaft sind ebenfalls Ziele, die durch politische Unterstützung zustande kommen und zum Beispiel in der SCW-Strategie festgeschrieben sind. Gesunde Luft, eine gesündere Ernährung und mehr naturnahe Erholungsräume vor der eigenen Haustür sind wesentliche Zusatzergebnisse. Diese Chancen zu vermitteln, ist auch uns als WUA, neben dem klaren Aufzeigen der unabsehbar großen Risiken des Nichthandelns, ein großes Anliegen.

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