Internationale Auswirkungen einer globalen Erwärmung
Mögliche Auswirkungen in Europa/Österreich
Klimadaten-Berechnungen für Österreich 
Hitzewellen belasten die Gesundheit
Klimaschutz und Flugverkehr - Positionspapier der WUA, Februar 2008 (53-KB-PDF)

Die Konzentration an Kohlendioxid in der Atmosphäre hat seit der industriellen Revolution durch die steigende Verbrennung fossiler Energieträger um gut 30 % zugenommen. Damit ist sie höher als in den wissenschaftlich nachvollziehbaren letzten 400.000 Jahren. Es ist heute wissenschaftlich unbestritten, dass Kohlendioxid ein Treibhausgas ist, dessen Anreicherung in der Atmosphäre das globale Klima bereits verändert hat und noch deutlicher beeinflussen wird.

Das Klima hängt von einer Vielzahl weiterer Faktoren ab, wie der Wolkenbildung, der Konzentration an Wasserdampf in den einzelnen Atmosphärenschichten, von Meeresströmungen wie dem Golfstrom, der Speicherkapazität unserer Meere für Kohlendioxid, der Vegetation etc. Wie all diese Faktoren auf die Veränderung der Atmosphären-Zusammensetzung durch den Menschen reagieren, ist nach dem heutigen Stand des Wissens noch nicht exakt berechenbar. Leider sprechen jedoch immer mehr wissenschaftliche Studien dafür, dass die Auswirkungen eines weiteren CO2-Anstiegs in der Atmosphäre sehr gravierend sein werden.

Das International Panel of Climate Change (IPCC) geht in Abhängigkeit von der Höhe weiterer Treibhausgasemissionen von einer globalen Erwärmung zwischen 2 und 4,5 °C bis 2100 aus.

In den letzten 140 Jahren ist die globale Durchschnittstemperatur bereits um etwa 0,7 °C gestiegen. In Österreich stiegen die Temperaturen im selben Zeitraum um 1,6 bis 1,8 °C - doppelt so rasch wie die globalen Durchschnittswerte. In der Schweiz und in Bayern sind ähnliche Werte zu finden. (Quelle: www.alpenforum.org/i_klimawandel.htm). Das heißt, der Alpenraum scheint sich durch den Klimawandel besonders schnell zu erwärmen.

Eine Schweizer Studie der ETH Zürich sowie eine britische Studie der Universitäten in Reading und Oxford gehen weiters davon aus, dass die Klimaveränderung in Europa zu einem Anstieg sogenannter Hitzesommer führt. Länger ausgedehnte Hitzewellen mit Temperaturen über 40 °C in Mitteleuropa sollen danach in den nächsten Jahrzehnten immer häufiger werden.

Internationale Auswirkungen einer globalen Erwärmung

  • Größere Wasserknappheit in vielen Entwicklungsländern und in Südeuropa
  • Häufigere Missernten durch Wetterextreme (Überschwemmungen, Dürren, Hagel, Stürme....)
  • Große Flüchtlingsströme aufgrund von steigender Wasser- und Nahrungsknappheit

Mögliche Auswirkungen in Europa/Österreich

  • Mehr Sachschäden und Schäden in der Landwirtschaft durch Wetterextreme
  • Einbußen beim Skitourismus durch Rückgang der winterlichen Schneedecke
  • Abschmelzen der Gletscher und Trockenheit in den Alpen während des Sommers
  • Sommerliches Niedrigwasser in Flüssen und Einbußen bei Wasserkraftwerken
  • Eine Abnahme der Artenvielfalt in den Alpen
  • Häufigere und stärkere Hitzewellen mit Hitzetoten im Sommer
  • Zunahme an Holzschädlingen
  • Höhere Ozonbelastung (bei gleichbleibenden Emissionen)
  • Verschiebung des Artenspektrums bei Insekten und damit verbunden eine eventuelle Zunahme von Krankheiten, die durch Insekten und Zecken übertragen werden

Klimadaten-Berechnungen für Österreich

Sollte es weitere Hitzesommer in Europa geben, muss damit gerechnet werden, dass sich auch einmal der Raum Wien ähnlich aufheizt wie Paris im Sommer 2003. 

Das Institut für Meteorologie und Physik der Universität für Bodenkultur in Wien, hat ausgehend von einem Szenario des International Panel of Climate Change (IPCC), welches eine eher gemäßigte globale Erwärmung von 3 °C bis 2100 annimmt, ein Szenario für Österreich und auch konkret für Wien errechnet.
Nach dieser Berechnung wird sich die Anzahl der sogenannten Tropentage in Wien, mit Temperaturen über 30 °C, in den nächsten 25 bis 50 Jahren gegenüber der Periode 1961 bis 1990 -  mit durchschnittlich 10 Tropentagen - mehr als verdoppeln. Dass in einzelnen Extremjahren mit noch weit mehr als 20 Tropentagen zu rechnen ist, zeigen die 40 Tage mit über 30 °C in Österreich während des Sommers 2003.

Hitzewellen belasten die Gesundheit

Der Temperaturanstieg und die Abnahme der Luftqualität können auch gesundheitliche, ja sogar tödliche Folgen für Teile unserer Bevölkerung haben. Wenn die Außentemperaturen über die Körpertemperatur steigen, und der Körper gegenüber der Außentemperatur rückgekühlt werden muss,  ist der Organismus von Säuglingen und älteren Menschen häufig überfordert. Älteren Menschen fehlt zudem oft das Durstgefühl und sie trocknen aus, ohne es rechtzeitig zu bemerken.

Die Hitzewelle im Sommer 2003 hat in Europa auf diese Weise 20.000 Todesopfer gefordert, davon 15.000 in Frankreich – insbesondere im Großraum Paris - wo die Temperaturen an zehn aufeinander folgenden Tagen fast an 40 °C heranreichten und sich die Sterberaten mehr als verdoppelten.

Maßnahmen – wie eine rechtzeitige Erhöhung des Strahlungsschutzes von Gebäuden (insbesondere von Krankenhäusern, Pflegeheimen und Kindergärten) sowie präventive Maßnahmen im Gesundheitssystem, welche z.B. die ausreichende Flüssigkeitsversorgung von Risikogruppen bei Hitzewellen sicherstellen, können die gesundheitlichen Risiken durch Hitzewellen deutlich reduzieren. 

 

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